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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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sind diejenigen beschaffen, die den künftigen Staatsbürger bilden sallein Daßes viele ehrcnwerthc Ausnahmen gab, bedarf wohl keiner Erwähnung."

Eine solche ehrenwerthe Ausnahme lernte er in der Person des Schul-gehilfen Johann Wurth kennen und schätzen. Wurths war drei Jahre älterals Hcrbcck, und er hatte, wie dieser, schon in seiner ersten Jugend Gelegen-heit gehabt, mit Noth und Elend ganz intime Bekanntschaft zu schließen. Sohneines armen Webers, lernte er dasselbe Handwerk und arbeitete von seinem12. bis 15. Jahre in einer Spinnfabrik in seinem Geburtsorte Trnman inMederösterreich. Ein Cistercienser ans Heiligenkrenz, ?. Friedrich Lewandersky,erkannte die in dem Knaben schlnmmernden Fähigkeiten und ließ ihm einengründlichen Unterricht angedeihen. Er bildete auch dessen musikalische Anlagenans, und bald wirkte Wurth am Kirchenchor in Trnman mit. Dort lernteer sscrbeck's Fähigkeiten, dessen Gesangsknnst er übrigens schon während derKlostcrjahre des letzteren in Heiligenkrenz zu bewundern Gelegenheit gehabt hatte,genauer kennen. An einem Pfingstsonntage wurde nämlich in Trumau Herbeck'sOffertorium für Sopran- und Clariuett-Solo aufgeführt, wobei der Componistmitwirkte und Josef Hellmesberger das Clarinctt-Solo auf der Viola spielte?)Im August 1847 kam Wurth als Schulgehilfe nach Münchendorf, wo erspater auch Lehrer wurde. Die Lehrjahre daselbst gehörten zu der traurigstenZeit seines Lebens, denn er hatte, außerdem, daß er gar keine Bezahlungerhielt, die niederträchtigste Behandlung von Seite seines Vorgesetzten, desLehrers, zu erdulden.Dieser", berichtet sei» Tagebuch (I. S. 409 ff)hatmehr getrunken als gelehrt, öfter das Wirthshaus als die Schule besucht, dieKinder und Leute thrannisirt, die ersteren i» der Schule viehisch geprügelt, jaselbst alle Leute im Orte beschimpft und verspottet . . . re." Es scheint, daßder von Her deck geschilderte Schulmeister am Lande auf daö Urbild zurück-zuführen ist, welches Wurth hier beschreibt.

In der kleinen schmucklosen Dorfkirche trafen sich die beiden Jünglingebei den sonntägige» Aufführungen wieder.Herbeck spielte damals beimGottesdienste an Sonntagen und bei musikalischen Aufführungen in der Kircbcan Festtagen öfters die Orgel, um was er immer entweder mich oder den Schul-lehrer angesncht hatte. Ich hatte daher häufig Gelegenheit, seine Festigkeit imOrgclspiele und im Generalbaß kennen zu lerne» und zu bewundern," berichtetWurth, welcher überhaupt Hcrbcck's mehrmals mit Wärme gedenkt.Außerhalb der Kirche trafen sie sich auch im Hause Thorntou, wo Wurthtäglich eine Mnsikleetion ertheilte, und der Verkehr zwischen Beiden scheint einziemlich reger, herzlicher gewesen zu sein. Später kam Wurth gelegentlich der

0 Bergt. Karl LandsteinerEin österreichischer Schulmeister" im Jahresberichte aberdas k. k. Joscfstädtcr Ober-Gymnasium in Wien für das Schuljahr 1872.

2) Johann WurthMein Tagebuch", Mnnuscript im Besitze von dessen Witwe, Indnstriclchrcrin in Münchendors II. S. 170, welches dieselbe dem Verfasser frenudlichst zurVerfügung stellte.