lieber^ Herbeck's Ahnen konnte der Verfasser dieses Lebensbildes zurKenntniß nur höchst unvollkommener Nachrichten gelangen. Es steht zweifellosfest, daß die Winilie Herbeck ans Deutschland stammt. Der Großvater, MathiasHerb eck, seines Zeichens Rothgärbcr, wunderte zu Anfang der zweite» Hälftedes vorigen Jnhrhundertes ans Süddentschland >) in den damals in Krenoviceingcpfarrtcn Ort Ledec in Böhmen ein und gründete, wie sich ans demczechischen Namen seiner Gattin — Marie Bednars — schließen läßt,-) erstdort Hausstand und Familie, lieber Mathias Hcrbeck konnte ans mündlichenllcberlicferungen noch in Erfahrung gebracht werde», daß er i» ziemlich geord-neten Verhältnissen lebte, ein kleines Anwesen besaß, und daß er bei feierlichenGelegenheiten mit einem dreieckigen, goldbordirten Hute und einem Degen er-schien. Er hatte mehrere Söhne, die jedoch alle ans Ledcä answandertcn undeine Tochter, welche sich an einen Rothgärbcr verheiratete. P
Daß die Familie Hcrbeck aus Deutschland stammt, gehr übrigens darausklar hervor, daß ein Franz Herbeck, vcrmnthlich ein Bruder des Mathias —Hcrbeck sprach von ihm öfter als von seinem Großonkel — um 1750 in Kölnam Rhein geboren wurde.') Er war Chirurg, wunderte nach Wien ans, wurdedaselbst 1797 zum Titular-Leibchirurgen des Kaisers Franz, 1799 znm wirk-lichen Leibchirnrgen mit einem Gehalte von 800 sl. ernannt, 1810 mit demTitel eines k. k. Ruthes, ^) außerdem vom Könige von Baiern mit der Civil-Vcrdienstmedaillc ausgezeichnet. H Karoline Pichler, deren Hausarzt Hcrbeckwar, nennt denselben zwei mal in ihren Memoiren, H ohne jedoch mehr überihn zu berichten, als daß er ein Feind der Naccination war.
Einer der Söhne des Mathias Herbeck, Namens Josef, ^) erlernte dasSchnciderhandwcrk und machte sich um 1825 in Wien ansäßig. Er nannte sich
') Nach einer srenndlichcn Mitthcilung des Herrn Pfarrers von Krenovic, Josef BroLck,welcher früher Caplan in Lcdeö war, aus Wimpfen am Neckar, einer Stadt im großher-zoglich hessischen Enclave in Würtcmberg.
-) Taufrcgister der Dominikancrkirche in Wien, in welcher Johann Hcrbeck getauft wurde.
2) Mittheilung des Herrn Pfarrer Josef Brok-ek.
') Sterberegister der k. k. Hofcapellc in Wien, er starb 77 Jahre alt am 17. Deccmbcr1827, mehrere nach Köln gerichtete Anfragen blieben ohne Antwort.
Archiv des k. k. Obcrsthofmeisteramtes.
°) K. k. Hof- und Staats-Schematismus vom I. 1827 S. 119. Außer Franz Hcrbeckwaren noch als Leibchirnrgen nngcstellt: Johann Hubertus, Stabsarzt, und Vincenz Kern,Doctor der Chirurgie.
i) Karoline Pichler, Denkwürdigkeiten 1. S. 238, 11. S. 9.
») Nach dem Sterbcrcgister der Pfarre zu Maria Geburt am Rennweg in Wien erreichte^oscf Hrbck, der am 15. November 1855 starb, ein Alter von 57 Jahren, mußte daher1798 geboren sein, was mit den magistratischen Conseriptionsbögen aus dem Jahre 1851übcrcinstimint, laut eines solchen Bogens vom Jahre 1884 aber im Jahre 1797. Die lln-genauigkeit der Angaben in den damaligen Conseriptionsbögen, den Tauf-und Sterberegisiernglanzt an» Unglaubliche. In dem citirtcn Sterbcrcgister steht Josef Herböck, geb. zuTschrenowilz, in einein Conseriptionsbögen wieder Hrbek, geb. zu Schönowil;. Es war