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rigen Mädchen an, das an den Händen die Nagel Veränderung derBasedowkranken zeigte und dessen Mutter eine schwere Kypho-skoliose, dessen 20jähriger Bruder neben der Kyphoskoliose dasExtremitätenwachsthum und den Kiefer der Acromegalischen aufwies.
Also wieder die feinen Fäden, welche die Sexualorgane:Hirnanhang, Schilddrüse, Lymphdrüsenring desSchlundes mit einander verbinden.
Für die Schilddrüsenfunction bezeichnend ist wohl auch diein der Breslauer chirurgischen Klinik gefundene Tliatsache (sieheReinbach: Ueber die Erfolge der Thymusfütterung bei Kropf. Mit-theilungen aus den Grenzgebieten der Med. und Chir. Bd. I., Seite222), dass Kropfkranke, die zugleich mit Angstsymptomen behaftetsind, sich für die Schilddrüsenfütterung nicht eignen. Die Angst-anfälle nehmen dabei zu. Ich kann das für andere Angstneurosenbestätigen*). Angst und Schilddrüse ist ja zweifellos eine Combi-nation. Der krystallisirte, festgewordene Angstausdruck ist in derausgebildeten Basedowphysiognomie so gut wiedergegeben, und
*) Anmerkung. Die Tkatsache, dass Einführung von SchilddrüsensubstanzAngstanfälle auszulösen im Stande sei, scheint den Resultaten des Thier-Experimenteszu widersprechen. Lanz hat in seinen schönen „Beiträgen zur Schilddrüsen-frage“ den Nachweis erbracht, dass thyreoidektomirte Hunde typischeAngstanfälle bekommen. Nach der Ausschneidung der Schilddrüse wird über-haupt die Sexualität tief geschädigt. Die Erectionen bleiben aus, die Hoden werdenschlaff, der Geschlechtstrieb erlischt. Die Samenfäden hatten bei einem solchenHunde unmittelbar nach dem Exitus bereits jede Beweglichkeit verloren. DieHypophysis cerebri aber ist vergrössert (Lanz).
Mir scheint der Widerspruch nicht unlösbar zu sein. Ich habe nämlich bei einerMyxödematösen nach Eingeben von übrigens vortrefflich wirksamen Schilddrüsen-pastillen Tetanie beobachtet, die einige Tage nach Aussetzen des Mittels wiederverschwand, aber bei jedem neuen Versuch wiederkehrte und gleichmässig beiAnwendung der englischen und deutschen Trockenpräparate erschien. Ich bin des-halb zum Thyrojodin Baumanns übergegangen, das bei gleicher Wirksamkeitgegen das Myxödem keine Spur von Tetanie hervorrief.
Nun ist bekanntlich die Tetanie eine Folgeerscheinung der Schilddrüsen-exstirpation. Und in unserem Beispiel erschien sie umgekehrt bei Einführungvon Schilddrüsensubstanz.
Zur Deutung dieses sonderbaren Verhaltens möchte ich mir die Ilorsley’scheHypothese von der antitoxischen Wirkung des Scliilddriisensecrets aneignen. Nurmuss ich dann die weitere Annahme machen, dass die antitoxische AVirkungnicht in dem gesammten Circulationssystem, sondern in der Schilddrüse selbervor sich gehe. So könnte es kommen, dass bei der Herstellung des Trocken-