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gerade um die Pubertät herum die Ausscheidungstüchtigkeitder menstruellen Blutung häufig noch nicht voll entwickelt.Und so wäre denn einsichtig, warum die Chlorose so vor-wiegend eine Pubertätserkrankung ist und oft mit spärlichenMenses einhergeht. Unter dieser Beleuchtung findet die Ersatz-Migräne, die gerade da eintritt, wo die Menses fehlen oder mangel-
Anfälle beobachtet, die sich klinisch durchaus als Gallensteinkolik charak-terisiren. Die Anfälle erscheinen übrigens auch periodisch im Sinne unserer•23- und 28-tägigen Reihen. Mit dem Erscheinen der Anfälle im vorigenSommer blieb der grünliche Rand fort, den das Menstrualblut am dritten (letzten)Tage der Menses regelmässig auf der Wäsche zurückliess. Diesen Rand hattePatientin seit der Pubertät bemerkt. Er ist mit diesen Steinkoliken zum erstenMale ausgeblieben. Mit Besserung dor Erkrankung erschien er rvieder im Mai,beim Recidiv blieb er fort. Sein Fortbleiben war bereits mehrmals ein sicherer Vor-bote dos Anfalles, während in den Monaten, wo der grüne Rand sich zeigte, keinAnfall eingetreten ist. Ein in meinen Besitz gelangtes Wäschestück mit dembeschriebenen Rande stelle ich chemischen Interessenten gerne zur Verfügung.
Die Geschichte der Kranken ist kurz folgende:
Fräulein Sophie M .... 1, Lehrerin, 42 Jahre.
Im Juli 1895 hat die bis dahin gesunde Patientin den erstenGallenstein-Anfall bekommen, der sich in der Folgezeit häufiger wieder-holt bat. Die Anfälle waren typisch, mit Schüttelfrost und Uebelkeiteinlicrgehend. Der Schmerz fing in der Schulter an, zog sich dann indie (Magen- und Gallenblasengegend, um hier bis zur Grenze des Er-träglichen anzuschwellen. Nur Morphium gab Linderung. Den Anfällenvoraus ging ein eigenthiimliches pulsirendes Gefühl im Ohr („tucken“).Ihnen folgte Blasenzwang. Zuerst erschienen die Schmerzen in Pausenvon mehreren Wochen, später häufiger, und vom Monat November anetwa wöchentlich. Vom December 1895, wo ich die Patientin beob-achtete und erfolgreich mit Natr. salicylicum behandelte, habe ichdie Daten der Anfälle aufgeschrieben und gebe sie in Folgendem mitden Tagen der Menses, soweit mir diese bekannt sind, und denjenigenabnormen Befindens zusammengestellt wieder.
7./8. December 1S95 Nachts. Gallen-stein-Kolik.
13. December ebenso.
21. December ebenso.
18. Januar 1896 Kopfschmerz.
28. März Menses.
17. April schwacher Gallenstein-Anfall.
18. April Menses.
7./8. Mai Ziehen und Zerren im Rücken(Anfalls-Aequivalent).
8./9. Mai eine halbe Stunde lang Druckund leiser Schmerz in der Gallen-blasengegend.
13. Mai Menses. Diesmal hinterlässtdas Blut wieder einen grünen Rand.In dem folgenden Monat ist keinGallenstein-Anfall aufgetreten.
30. Mai pulsirendes Gefühl im Ohr.