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Die obige Tabelle des Falles 122 mit den Daten der Menseslehrt uns aber noch ein weiteres. Zwischen dem 5. Mai unddem 6. Juni sind nur 31 Tage verflossen, statt der erwarteten34 Tage. Um den 5, Juni hatte Frau A. einen heftigen Schnupfen.Der Schluss, dass dieser Schnupfen die relative Verfrühung deruterinen Blutung herbeigeführt habe, liegt um so näher, als auchum den 27. December, den Tag des vorzeitigen Weheneintrittesdie Patientin mit einem Schnupfen behaftet war.
Es scheint, als habe die Nase die Aufgabe einer Schrankezur Zurückhaltung der uterinen Blutung, die auf gewisseperiodische Antriebe hin erfolgt. Die Nase soll wie ein Sicherheits-ventil wirken, das sich erst bei einem bestimmten Druck öffnet.Ist sie erkrankt, so kann sich das Ventil früher öffnen und diemenstruelle Blutung tritt vorzeitig, auch stärker und länger dauerndein. So erklären sich jene Fälle von Menorrhagien, gegen die eineuterine Behandlung ganz erfolglos ist und die auf einen nasalenEingriff sofort stehen. Ich erinnere an den Fall 16 der FrauK . . n, die mir aus der Universitätsfrauenklinik überwiesenwurde und bei der die ungemein starke Uterusblutung unmitte 1-b a r nach der Fortnahme der entarteten linken mittleren Muschel(zur Freilegung der Siebbeinzellen) aufhörte. Hier muss dieerkrankte mittlere Muschel die Ventiltüchtigkeit der Nase beein-trächtigt haben. Die Patientin wurde im weiteren Verlauf völliggeheilt.
Dass gerade die linke mittlere Muschel von den periodischenVorgängen getroffen wird, dafür gibt noch ein anderes Datum ausden Reihen der Frau A. einen schönen Beleg.
Im Wochenbett und zwar am 3. und 4. Jänner werden vierAnfälle von Magenschmerz verzeichnet, die auf Mentholeinziehungin die linke Nase jedesmal schnell sistirten. Diese Tage gehörenaber der dritten weiblichen uncl vierten männlichen Reihe an, undder Magenschmerz ist der Ausdruck für die Wirksamkeit ihrer An-stüsse. Eine volle menstruelle Uterusblutung (ausser der Verstärkungdes Wochenflusses) konnte so schnell nach der Entbindung (29. Decem-ber) nicht ausgelöst werden, und der periodische Anstoss hat offenbarseinen Ablauf nicht gefunden. Er wirkt also auf die linke mittlereMuschel — Magenschmerzsteile (vgl. S. 109) ein und erzeugtjene Sehmerzanfälle, die dann durch Mentholanästhesirung jener
Pli es s. Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen. 9