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Nur möchte ich betonen, dass hier von wirklichem neuralgi-schen Magenschmerz die Rede ist. nicht von jenem Schmerz amSchwertfortsatz des Brustheins, der als nasale Fernwirkung vonden eigentlichen Genitalstellen aus sich häufig beobachten und vonihnen aus sich beseitigen lässt.
Die nasale Magenschmerzstelle kann organische Veränderun-gen aufweisen (Hyperplasie in Folge von Naseneiterungen, poly-pöse Degeneration, Gcscliwulstbildung) und in deren Folge dieCardialgie erzeugen. Von diesen Fällen soll hier nicht die Rede sein.
Sie braucht aber auf den ersten Blick auch gar nicht afficirtzu erscheinen und nur der leisen Sondenberührung durch ihre in-tensive Schmerzhaftigkeit zu verrathen, dass sie eine rein functio-neile „neuralgische“ Veränderung erfahren hat. die sie zur Aus-lösung des ihr zukommenden Fernsymptoms, des Magenschmerzes,geeignet macht. —-
Diese Beschaffenheit erlangt sie ganz gewöhnlich in Folgeonanistischer Excesse des Weibes. Nicht dass bei Männern die ana-
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löge Wirkung fehlte. Nur scheint beim Weibe die Wirkung aufdie sensible Sphäre des Magens häufiger und eher einzutreten.Bei Männern hat man das typische Bild der Jugendneurastheniemit Kopfdruck, Dyspepsie und hartnäckiger spastischer Stuhlver-stopfung als Folge onanistischer Gewohnheiten. Der eigentlicheMagenschnierz spielt dabei keine oder eine nur geringe Rolle.Bei Mädchen bilden die cardialgischen Anfälle oft das erste undhervorstechendste Krankheitszeichen, das die Manustupration her-vorbringt. Die anderen Symptome erscheinen erst hinterher.
Die grosse Häufigkeit der echten Cardialgien bei Mädchenentspricht der immensen Verbreitung dieser abnormen Art sexuellerErregung. Man begreift, wie wichtig es ist, ein diagnostischesMittel zu haben, das im Anfall ganz sicher zu entscheiden ge-stattet, ob es sich um einfachen neuralgischen Magenschmerz oderum Ulcus, Gallensteinschmerz oder eine andere anatomische Affec-tion handelt.*)
*) Anmerkung. Dass bei echtem hysterischen „Magenschmerz“ die Nasekeine Rolle spielt, ist selbstverständlich, sei aber hier ausdrücklich betont: handeltes sich doch dabei lediglich um die Verwandlung einer verdrängten Vor-stellung in ein körperliches Symptom. Vergl. die Ausführung bei der hysterischenDysmenorrhoe Seite 85, ferner Breuer-Freud: Studien über Hysterie. Wien 1895.