Druckschrift 
Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen : in ihrer biologischen Bedeutung dargestellt
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

83

normalen mütterlichen Theileu P s e u d o-Wehenschmerzen erzeugt,so wird das folgende Beispiel (mit mechanischer Dysmenorrhoe)lehren, wie durch die abnorme Beschaffenheit des mütterlichenBeckens bei der Gehurt Schmerzen zustande kommen können,die den wahren Wehenschmerzen ausserordentlich ähnlich sind.

Marie K . . li, Arbeiterin, 22 Jahre, II para.

15. Juli 1895. Unwohlsein regelmässig; 8 Tage vorher wirdder Leib stark, es treten Schmerzen im Bauch auf, welche mit demMoment des Bluteintrittes verschwinden. Die Blutung dauert 8 Tage undist sehr stark. Patientin ist seit dem 15. Lebensjahr menstruirt. DiePeriode ist immer ganz symptomenlos verlaufen bis zum November 1892,wo Patientin einen Abort im 6. Monat durchmachte. Von da ab da-tieren die Schmerzen und die praemenstruelle Volumenszunahme desLeibes. Letzte Pegel. October. Als Couceptionstag wird mit allerBestimmtheit der 17. October bezeichnet.

8 Uhr 50 Minuten Abends: Wehen seit heute früh; jetzt allepaar Minuten. Die Schmerzen sind im Kreuz und über der Symphyse.Blase steht. Muttermund 5 Mark-Stück gross. Kopf im Beckeneingang.Kleine und grosse Fontanelle in derselben Höhe. Pfeilnath quer. ErsteSchädellage. Enges Becken. Käse: links geringe Schwellung, rechtskeine. Patientin gibt trotz der regelmässigen Wehen keinen Klage-laut von sich, ist aber durchaus nicht schmerzunempfindlich, dennbei dem späteren Cocaiuversuch lainentirt sie sehr.

9 Uhr. Trotz dubiöser Prognose wird der Cocainversuch (20°/ 0 )gemacht. Die Käse ist empfindlich. Patientin schreit. Wehen 903,9-01, 9-05, 9*07, 9-09, 9'H keine Aenderung.

9-12; zweite Cocainisirung 2O°/ 0 . Käse noch etwas empfindlich.Wehen bis 9"20 ebenso schmerzhaft. Dann Untersuchung der Kreis-senden durch den Practikanten.; dabei springt die Blase. Die Wehenwerden jetzt sehr viel schmerzhafter. Patientin presst: um 9'15 Geburt.

Gäben hier nicht bereits die Beckenmaasse eine Erklärung fürdas Vorhandensein des übrigens massigen Kreuzschmerzes, so beweistder tiefe, vom Promontorium herrührende Eindruck, welcher sich ander linken Seite des kindlichen Schädels befand, dass mechanischeMomente von ausreichender Intensität zur Erzeugung von Schmerzen inder Kreuzbeingegend wirksam waren.

So durchsichtig, wie bei den ebengenannten beiden Fällenist die Entstehung des mit der Wehe sich verstärkenden Kreuz-schmerzes, der für das Cocain-Experiment sich refractär erweist,in der folgenden Beobachtung keineswegs. Gleichwohl enthältdie Geburts-Geschichte unzweifelhaft anormale Verhältnisse.

6 *