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scheint mir ein anderes Moment Beachtung zu verdienen. Ichmeine die ganz gewiss gesteigerte Empfindlichkeit, die auf leiseSondenberührung auch von solchen Frauen angegeben wird, welchein der menstruationsfreien Zeit die Sonde ohne bemerkenswerthePein ertragen. Wir werden sehr bald von diesem Zeichen eineweitere Nutzanwendung machen.
Ferner erregt oft selbst eine ungemein zarte Sondirung bereitsBlutung der Nase, in einzelnen Fällen sogar eine beträchtliche.Das wird uns um so weniger Wunder nehmen, als wir wissen,dass solche Blutungen auch spontan zur Zeit der Regel und alsErsatz für dieselbe erfolgen können: die Menstruatio vicaria.Sie ist seit langer Zeit bekannt. Und wenn auch Blutungen ausanderen Kürpertheilen als „stellvertretende" beschrieben sind, so' * st das vicariirende Nasenbluten so viel häufiger, dass esals Prototyp der menstruellen Ersatzblutung angesehen wird.
Achtet man auch auf geringe Blutspuren im Taschentuch, so^ erkennt man, dass bei Mädchen in der werdenden Pubertät, noch
bevor die eigentliche Regel erschienen ist, in Pausen von einigen— nicht selten genau vier — Wochen solche minimale Blutungender Nasenschleimhaut Vorkommen, die später durch die normaleMenstruation abgelöst werden.
Und bei gleicher Genauigkeit der Beobachtung stösst manauf das analoge Vorkommniss in der Menopause. Auch hier findensich Blutspuren in regelmässigen, mehrwöchentlichen Intervallenund bezeichnenderweise häufig zusammentreffend mit anderenSymptomen, die unschwer als Molimina menstrualia zu deuten sind.
Ja wir werden sehen, dass auch in der Schwangerschaft undwährend der Lactation der Menstruationsprocess keineswegs ruht,
; vielmehr seine Zeichen in der Nase genau in derselben Weise
gibt, wie wir sie soeben kennen gelernt haben.
Der Vorgang der Menstruation reflectirt also auf die Nasedurch Congestion, durch vergrösserte Empfindlichkeit gegen Be-rührung und durch Neigung zur Blutung.
Aber von diesen Veränderungen werden durchaus nicht alleTlieile der Nase betroffen. Die congestive Schwellung wenigstenssitzt nur an umschriebenen Stellen derselben, u. zw., wie schonEingangs erwähnt, an der unteren Muschel und dem tuberculumsepti einer- oder beiderseits. Diese Stellen werden uns noch oft