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Ein weiteres Moment zu betonen zwingen die uns vorliegen-den Thatsachen. Sie lehren, dass ausser dem Menstruationsprocessmit dem 28tägigen Typus noch eine andere Gruppe periodischerVorgänge von 23tägigem Cyklus besteht, denen ebenfalls jedes Alterund alle Geschlechter unterworfen sind.
Es hat sich diesen beiden Gruppen periodischer Vorgängedie Deutung unterlegen lassen, dass sie mit dem weiblichen unddem männlichen Geschlechtscharakter innere und feste Verbindun-gen haben. Und es entspricht nur unserer eigentlich doppel-/ geschlechtlichen Anlage, wenn beide bei Mann und Weib — nurmit verschiedener Betonung — vorhanden sind.
Einmal im Besitz solcher Erkenntnis hat sich uns die weitereEinsicht ergeben, dass in diesen Sexualperioden sich der Aufbauund der Abbau unseres Organismus schubweise vollzieht, und dass^ durch sie der Tag unseres Todes ebenso sehr bestimmt ist wiederjenige unserer Geburt. Krankhafte Störungen unterliegen dengleichen zeitlichen Gesetzen, denen die periodischen Vorgängeselbst unterworfen sind.
^ Die Mutter überträgt die Perioden auf ihr Kind, und durch
den Character der zuerst übertragenen bestimmt sie sein Geschlecht.Dann schwingen die Perioden in dem Kinde fort und wandern ingleichem Rhythmus durch die Generationen. Sie können ebensowenig neu entstehen, wie die Energie überhaupt und ihre Zeitformerlischt nicht, so lange organisirte Wesen geschlechtlich sich fort-pflanzen. Ihre Existenz ist sonach nicht auf den Menschen beschränkt,sondern geht ins Thierreich und wahrscheinlich durch die ganzeorganische Welt. Ja die wunderbare Genauigkeit, mit der dieZeit von 23 bezw. 28 ganzen Tagen innegehalten wird, lässt eine: tiefe Beziehung astronomischer Verhältnisse zur Schöpfung der; Organismen vermuthen.
So führt uns die Frage nach der biologischen Bedeutung derBeziehungen von Nase und Geschlechtsorganen an die Schwellegrosser Räthsel, die noch der Lösung harren.
Berlin, im August 1896.
Wilhelm Fliess.