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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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die identischen Bewusstseinszustände zu einem einzigen. Und genaugenommen kann dieser Vorgang nur ein Specialfall der Verschmelzungähnlicher Bewusstseinszustände sein, da eine vollständige Identitätempirisch nicht Vorkommen dürfte. Auf eine nähere Erörterungdieser Frage können wir uns hier nicht einlassen. Denn wir würdenhiemit an zwei der schwierigsten Probleme der Psychologie rühren :das Verhältnis von Gleichheit und Ähnlichkeit, und das Problemdes Wiedererkennens, welches mit dem der Continuität unserespersönlichen Bewusstseins in engster Beziehung steht. Einige Andeu-tungen über den ersten Punkt sollen im nächsten Abschnitt ihreStelle finden. Hier muss es genügen, darauf hinzuweisen, dass auchdie Verschmelzung ähnlicher, ursprünglich also ununterscheidbarerVorstellungen unter dieses allgemeine Gesetz fallen muss. Darausaber ergibt sich für unsere Frage, dass man auf dem empirischenStandpunkte Schluss und Wahrnehmung nicht als dreigliederige,sondern als zweigliederige Processe aufzufassen hat.

8. Wir haben bisher das sprachliche Element vernachlässigt.Darüber genügen aber wenige Worte. Der Mittheilungszweck desSchlusses ist, im Hörer dasselbe Vorstellungspaar ablaufen zu lassenwie im Sprecher. Die beiden Glieder des Associationspaares werdenjedes für sich sprachlich ausgedrückt, ihre associative Verbindungaber, welche auf der Wirksamkeit der früheren Erfahrung- beruhtfindet einen besonderen sprachlichen Ausdruck nicht wenn nichtjemand die Major dafür nehmen wollte. Es wird also darauf ge-rechnet, dass der Hörer die beiden Gesammtvorstellungen nicht intodter Selbständigkeit nacheinander bilden, sondern das associativeBand reproducieren werde. Man kann deshalb auch sagen, einenSchluss verstehen heisst: von zwei mitgetheilten Vorstellungen dieeine associativ aus der anderen hervorgehen lassen.

Von den anschaulichen Correlaten eines Schlusses kann beider großen Compliciertheit der fraglichen Verhältnisse naturgemäßkaum gesprochen werden. Das erkennt auch Binet an, wenn ersagt 1 ): »Was in meinem Geiste vorgeht, wenn ich sage: Alle

Menschen sind sterblich, Sokrates ist ein Mensch, also ist er sterb-lich , darüber weiß ich nichts Genaues. Es scheint mir, dass icheine Abfolge verworrener Bilder wahrnehme.«

Betrachten wir zum Schlüsse mit ein paar Worten die Be-deutung des Schlusses für das Denken, so ergibt sich aus dem

*) Binet, a. a. O. pag. 140.