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der seinen Herrn verloren hat, läuft auf eine Gruppe von Menschenzu, kraft einer allgemeinen abstracten Vorstellung, die ihm diediesen Leuten und seinem Herrn gemeinsamen Eigenschaften vorAugen stellt.« 1 ) Ich muss dies entschieden bestreiten. Ob man nunannehmen will, dass der Hund einen jener Männer zuerst für seinenHerrn hält, oder dass er ihn an seinen Herrn erinnert, in keinemFalle braucht man, wie mir scheint, mehr als Association vonEinzelvorstellungen anzunehmen. Die Psychologie des Wiedererkennensist ohne Zweifel eines der schwierigsten und wichtigsten Probleme;allein ich sehe nicht, dass es durch die Annahme allgemeiner Vor-stellungen vereinfacht würde.
Endlich: der fliehende Hirsch, auch wenn er die Hunde weithinter sich gelassen hat, gibt sich nicht dem Gefühl einer trügerischenSicherheit hin, sondern ersinnt alle möglichen Kunstgriffe, um diemöglichen Verfolger zu täuschen. Er verwirrt seine Spuren, erkehrt plötzlich um, biegt an einer Stelle, die er früher schon be-rührt hatte, seitwärts ab, so dass seine Spur für die Hunde ver-wirrende Sackgassen und Gabelungen aufweist. 2 ) Dies alles beweistnun allerdings, dass der Hirsch ein sehr kluges Thier ist, und esmag schwer sein, seinem complicierten Denkprocess im einzelnenzu folgen und denselben darzulegen, aber ich glaube, dass dieSchwierigkeit genau die gleiche bleibt, ob wir ihn in Einzelasso-ciationen oder in allgemeinen Vorstellungen verlaufend denken;wissen wir doch a priori, dass alles, was eine allgemeine Vor-stellung für das praktische Verhalten leisten kann, durch Associa-tionen zwischen oder Verwechslung von jenen Einzelvorstellungen,aus denen sich die allgemeine angeblich aufbaut, ebenso gut ge-leistet werden kann. Aus diesem Grunde glaube ich nicht ver-pflichtet zu sein, auf eine genaue Analyse dieses Falles hier einzu-gehen.
Dies alles scheint also meine theoretische Anschauung zubestätigen, dass die Thiere als nicht sprachbegabte und deshalbvereinzelte Wesen mit unvollkommenem Unterscheidungsvermögenlediglich in Einzelvorstellungen denken, d. h. in Wahrnehmungs-und Erinnerungsbildern, ohne dass ich deshalb einen Grund ein-sehen würde, ihr Denken mit Schopenhauer auf die Gegenwarteinzuschränken. Welche Stütze dieser Ansicht aus der Betrachtung
*) Leroy, Intellect of animals, engl. Übersetzung, pag. 107 ; Rom anes, pag.c4.
2 ) Leroy, pag. 43 ft'.; Romanes, pag. 546.