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Der Grosse Kurfürst und Moritz von Nassau, der Brasilianer : Studien zur brandenburgischen und holländischen Kunstgeschichte
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Friedrich Nicolai’s Nachricht.

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findnng. Er hat zu Beim auch etwas gemalt, musste aber wegen liicter-liclier Händel von da flüchten und wurde unweit Murten auf der Strassetodt aufgefunden.

111. Michael "Will mann, ein Historienmaler, wurde 1030 z uKönigsberg in Pr. geh. Er lernte die Kunst bei s. Vater l’oter Will mannund malte schon in s. 20. Jahre die vortrefflichsten Historienstücke. Ausseinem Vaterland ging er nach Holland und kam nach Berlin, wo er um1660 arbeitete. Man findet in Kabinetten noch zuweilen Stafleleistiiekevon ihm. ln Charlottenburg waren verschiedene vorhanden, die aber 1760hei der Plünderung verloren gegangen sind. Von Berlin ging er nachPolen und endlich nach Schlesien. Im Dom und der Nicolaikirche zuBreslau sieht man einige Gemälde von ihm. Er verheirathete, daselbstseine Tochter Anna Blisabetli, die auch eine gute Malerin war. miteinem s. Schüler, Namens Liszka, einem guten Historienmaler, Er seihstaber ging zur kathol. Kirche über*) und Hess sich im Kloster Leubusals ein Mönch einkleiden, malte daselbst eine grosse Anzahl vortrefflicherHistorienstiicke, die noch in der dortigen Kirche und im Kloster vorhandensind, und starb in diesem Kloster gegen Ende des vorigen (17,) Jahr-hunderts.

112. Johann Keusche ward zu Kleve zum Kurf. Landschafts-maler mit 350 lithl. Gehalt angenommen.

113. Jakob Magnus aus Kurland gebürtig, Kunstmaler um 1674.

114. Christian Hain von Löwenthal, der löbl. MalerkunstBeflissener, hat 1674 gewisse Gedächtnisstafeln erneuern, lassen**),

115. Andreas Ganz, Bildnissmaler in Kölln, er starb um 1656.

116. Gustav Kasimir Gahrliep, aus dem altadliehen Geschlechtvon der Mühlen, 1630 zu Grypsliolm hei Stockholm geh., ward 1675 Prof,der Arzneikunst zu Frankfurt a. O., kam 1680 nach Berlin, ward Kurf.Leibarzt u. machte 1685 das Dispensatorium Brandenburgicum. Er maltegute Bildnisse in Miniatur***) und traf so gut, dass er auch Personen,die er nur gesehen hatte, aus dem Gedächtniss malte.

117. Gonzales Coques, ein Maler, geh. zu Antwerpen, 1618,(Schüler von Adrian Brouwer u. David Rvkaert, malte kleine Bildnisse inA. v. Dycks Manier und allerhand Gesellschaft«! im Geschmack vonTeniers, Rykaert u. Ostade; schilderte auch ganze Familien auf Tafelnvon mittclmässiger Grösse, Dieser Maler reiste an verschiedenen Höfenu. so auch am Brandbg Hofef). Er starb 1684.

118. Andreas Berlin, ein Mater; man hat ein von ihm zu Berlingemaltes, und von A. C. Kalle gestochenes Bildniss des bekannten Kurf.Raths Martin Friedrich Seidels.

119. Christoph Boy, Wappen- und Bildnissmaler in Berlin,geh. 1634, gest. 1704.

120. Nikolaus Herzog, „Contrafayeur“ (Bildnissmaler) um 1680,Andreas Ganzen’s Schwiegersohn.

121. K, Metzger. Ein Kupferstecher, welcher des Kurf. Fried.Willi. Bildniss in Fol. nach Leygebe gestochen, hat. Ob er aber in Berlingewesen sei, ist ungewiss.

122. J'oh. Willi. Michaelis, Kupferstecherff).

*) S. von Schlesien I. S. 329 und 330, wo von ihm erzählt wird, dass er sich oft voraus"bezahlen liess und hernach gezwungen und eingesperrt malen musste, und dass er in einemseiner Gemälde zu Lebus in der Figur, welche den heiligen Bartholomäus schindet, den PaterKellermeister abgebildet, weil ihm dieser nicht genug habe zn trinken geben wollen.

**) S. Georg Rotliii, Monumenta tompli Furstenwald. 4. Frankfurt 1700.

***) S. Oelrichs Nachrichten von diesem Mann. 1703. 4. S. LO.f)S. Fässli, KünstLer-Lexikon. Supplement S. 53.ft) Oelrichs Historisch-Geographische Nachrichten von Pommern, S. 46, 54, 84.