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Y. Eine Jugendstatue des Grossen Kurfürsten.
meisselt hatte. Was die kurfürstliche Statue betrifft, vonderen Betrachtung wir ausgingen, so sind wir über deren ur-sprünglichen Standort ziemlich genau unterrichtet.
Sie stand, nach Elsholtz, unfern des südwestlichen Eingangszum Garten und schmückte eine Fontaine in mitten eines dervorderen Blumenbeete. So fehlerhaft auch die Tuschzeichnungdes alten Autors ist, man sieht doch deutlich, dass sich die Statuedort auf niedrigem viereckigen Sockel erhob. Auf den Vorstufensassen lächelnde Eroten mit wasserspeienden Delphinen im Schoosse,und am Sockel selbst las man die Bibelinschrift:
Domine * Fac * Me * Scire * Viam * Per * Quam *
Dieser Satz bildete in der That den Wahlspruch Friedrich Wil-helms. Schon im Alter von 14 Jahren, kurz vor seiner Abreisenach Holland, schrieb er ihn in das Stammbuch einer befreun-deten Persönlichkeit, des Georg von Lichtfuss. Das in rothenSammet gebundene, längliche, massig grosse, aber sehr starkeBuch*) enthält auf einem der ersten Blätter Folgendes in zier-licher kalligraphischer lateinischer Schrift:
ps: 143. Domine scire fac me viam per quam ambulemquia ad te levavi animam meam.
Fridericus Wilhelmus Princeps et Marchio Brandenburgensis,Prussiae, Juliae, Cliviae, Montium Dux.
Eine spätere Medaille — Oelrichs**) nimmt ihre Prägung umdas Jahr 1640 an —, die auf der Vorderseite das kurfürstlicheBrustbild, auf der Rückseite einen über die Erdkugel fliegendenAdler zeigt, enthält auf letzterer ausserdem als Beischrift jenenWahlspruch mit der Schlussfassung „quo ambulaturus sum“.
Also zur Characteristik des dargestellten jungen Fürstenund seines frommen Sinnes konnten die schönen Worte des Psalmesim hohen Grade dienen, und deshalb wollte sie die Bestellerin andem Denkmal ihres edlen Gemahls nicht missen.
*) Manuskript der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Auf Blatt 1 schrieb Georg Wil-helm im Jahre 1624: „Au Coeur Vaillant B-ien Impossible“. (!) Friedrich Wilhelms Erzieherbemerkte kurz: „Tku Recht Schew Niemandt. Jo. Fridericli vonKalchum genandt Leuclit-mar, dcss Chur Erbens Zu Brandenburg]! Fiirstl. Durch!. Hoffmeister. Stettin den 20 Janu.Ao. 1684.“
**) Churbrandenbui’gisches Medaillencabmet etc. Berlin 1778.
Ambulem * (Psalm 143. V. 8.)
1634