Die Büsten in Sanssouci,
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denkbar, dass diese Sculpturen von Dusard gleich zu Anfangseiner Haager Thätigkeit, wo es ihm darauf ankommen musste,sich ausgezeichnet einzuführen, gemeisselt wurden. Um so be-dauerlicher erscheint ihr heutiger trauriger Zustand. Selbst alsKönig Friedrich Wilhelm HI. im Jahre 1825 den Befehl ertheilte,die Statuen und Büsten in Sanssouci zu säubern und dabei denBildhauer Bauch zuRathe zu ziehen*), geschah für diese Werke,die schon durch ihr eminentes historisches Interesse die Blickealler Gebildeten fesseln müssen, so gut wie nichts, höchstens dassdamals dem prächtigen Charakterkopf Friedrich Heinrichs dieabgebrochene Nase recht stümperhaft wieder angesetzt wurde.
Für die ungefähre Feststellung der Zeit der Entstehungdieser Büste halte ich das hier fixirte Mannesalter, das auf einenmittleren Fünfziger schliessen lässt, von einigem Belang. Daswohlgeformte Haupt Friedrich Heinrichs (geb. 1584) mit denedlen chevaleresken Zügen erinnert an ein bekanntes Gemäldevan Dycks. Ausdruck, Kostüm und Haartracht sind auf beidenPortraits überraschend ähnlich. Das Haar, das sich über derStirn anmuthig kräuselt, fällt voll und weich bis fast zum Halseherab, welchen ein glatter, ausgezackter Kragen schmückt. Sonsterblicken wir über dem Panzer die bei Dusard übliche Anord-nung einer Brustschärpe, deren Enden auf der rechten Schulterzu einem Knoten verschlungen sind. Der energisch modellirteKopf des Prinzen Moritz mit dem fast viereckigen Antlitz unddem festen, entschlossenen Blick ist ebenfalls voll individuellenReizes. Den Hals umgiebt eine kleine Krause, und unter derSchärpe kommt, wie erwähnt, eine Medaille mit dem Bilde desDrachentödters zum Vorschein. Der gewaltige Stratege trägtKinn- und Knebelbart und das Haar halb kurz geschnitten, anbeiden Seiten etwas abstehend. Feine, ausdrucksvolle Züge be-sitzt endlich die Büste des Unbekannten. Es lag vielleicht ander Eigenthümlichkeit des Modells, dass die Wiedergabe diesesschmächtig geformten Kopfes mehr malerische als plastische Auf-fassung verräth. In der Haar- und Barttracht ähnelt diese Per-sönlichkeit mit dem Vliessorden dem Prinzen Moritz, doch weistder glatte, reich ausgezackte Kragen auf die Mode einer späterenGeneration hin.
Wenn ich von dem minderen Kunstwerthe der übrigen
*) Sello, Potsdam und Sanssouci. Urkunden und Aktenstücke P. 446. (Breslau 1888.)