Schwarzenberg als Herrenmeister.
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Wirksamkeit knüpft sich auch eine kleine knnstgeschichtliche Be-gebenheit. Der alte Altar der Sonnenburger Ordenskirche, eineprächtige bildnerische Schöpfung der [Renaissance, erinnert nemlichan ihn als Herrenmeister. Dieses Kunstwerk aus Marmor und Alaba-ster, dessen Hauptrelief die Geburt Christi darstellt, stand vordem inder Schlosskapelle zu Berlin und muss nach der überaus zartenOrnamentik des Altars zu urtheilen, ungefähr um die Mitte des16. Jahrhunderts oder etwas später, augenscheinlich von einemflandrischen Meister gearbeitet worden sein. Als die kurfürst-liche Familie das reformirte Bekenntniss annahm, wird man denAltar abgebrochen und ihn seinem Schicksal irgendwo über-lassen haben. Denn darauf bezieht sich der folgende BriefSchwarzenbergs an die Ordensräthe zu Sonnenburg:
Veste Hocligelarte Rhaete und liebe Getreuwe.
Euch bleibet hiedurch unverhalten, das vor etlichen alhie in derSchl os-Capellen ein schöner altar von Marmel undt Holtz fein ausgeschnitzet,abgebrochen worden. Wan dan derselbe nit, mehr an diesem Ort geachtetwirdt, So hab ich ihn aufgesparet, und werde denselben altar auf zweiRüstwagen bis gen Chüstrin schicken, von dannen kan er zu wasser vortgebracht werden. Als wollet etwa einen feinen bequemen Platz darzu aus-setzen, wo dieser altar stehen kan, etwa zu Sonnenburg oder zu Grunebergoder zu Nawendorf in der Kirchen. Weiler aber Sonnenburg die rechteResidentz ist, so sollte ich am liebsten sehen, er werde alda auffgerichtet,da dan in der Kirchen woll wirdt Platz zu vinden seyn. Es kumpt mit derBawmeister undt der Steinmetzer, die diesen altar gleich aufrichten sollen,ihr werdt inen so viel eysen zu Handt schaffen, als sie haben müssen, denaltar Zu befestigen, und so lange sie dar sein, sollen sie gespeiset werden.Die Vererung wil ich hier geben.
Cöllen a. d. Spree, den 27. Juli 162G.
Adam Graf zu Schwarzenberg.*)
X
ilirst zehn Jahre nach dem Tode des Grafen Schwarzenberg(f 1641) entschloss man sich zur Wahl eines Nachfolgers, dessechsundzwanzigsten Herrenmeisters. Kurfürst Friedrich Wilhelmschlug, dem Brauche gemäss, zwei Kandidaten vor, von denenJohann Moritz von Kassau, obwohl er noch nicht Mitglieddes Ordens war, von vorn herein alle Chancen für sich hatte.
*) Begierungsarchiv zu Frankfurt a. O. Fach 85. Amt Sonnenburg, Acta bet.r.Kirche, Pfarr- und Schulsachen (1538—1756). Obiges Schreiben steht auf einem Blatt in Fol.