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III. Der Kunstunterricht am Hofe des Gr. Kurfürsten.
Keissfedern von Messing, einen Quadranten zum Schiessen undWerfen aus dem Mörser“.
Aus alledem geht hervor, dass schon der grosse Kur-fürst in trüber Jugendzeit die 'Wohlthaten des zeichnerischenund technischen Unterrichts erfahren hatte und dass er in derihm selbst einst gewiesenen Bahn nur fortgeschritten ist, als erdie Erziehung seiner prinzlichen Kinder in künstlerischer Kich-tung so vervollständigen liess , dass Geist und Phantasie eineharmonische Bildung erfuhren. Sie sollten dadurch — so wünschteer zweifellos — nicht etwa blos ihrem hohen Stande einenidealen Schimmer verleihen, sondern sich selbst eine Quelle feinstenLebensgenusses begründen und anderen Fürsten, welchen ge-segneteren Ländern diese auch angehörten, in den Aeusserungenund Ansprüchen ihres ästhetischen Geschmacks nicht nachstehen.Wie sehr ist dieser Wunsch durch König Friedrich I, der unsin den folgenden Zeilen als lernender Prinz interessiren wird, inErfüllung gegangen!
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\ on seiner ersten Gemahlin Louise Henriette, Prinzessinvon Oranien, hatte der Kurfürst mehrere Söhne, von denen diePrinzen Wilhelm Heinrich und Heinrich im frühesten Kindesalterstarben. Kein Wunder, dass auf die Pilege des darauffolgendenPrinzen Karl Aemil, welcher 1655 geboren wurde, und seineszwei Jahre jüngeren Bruders Friedrich das höchste Mass vonSorgfalt verwendet wurde. Und dies war um so mehr nöthig,als beide Knaben gleich ihrer zarten Mutter, die im Alter von39 Jahren starb, eine schwächliche Constitution besassen. DerJüngere war noch dazu schiefen Wuchses und musste währendeines Aufenthalts des Hofes zu Cleve (1665/6) in die Behandlungeines Utrechter Chirurgen gegeben werden, der den kleinenKörper des Prinzen in ein förmliches Gerüst presste. Unterdiesen Umständen war es für Erzieher und Lehrer schwierig, denvorgeschriebenen Lehrplan stets streng inne zu halten.
Der Kurfürst hatte die Leitung der Erziehung keinem un-bedeutenderen Manne als seinem bisherigen Hofmeister Ottovon Schwerin, den die Geschichte den Aelteren nennt, über-