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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
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12. Kapitel.

Eins aber blieb noch immer im Besitz von Ssetlin-ki-jasch,was von den Menschen sehr begehrt wurde; dies war der Oel-fisch. Der Kormoran aber war ein Freund oder Geführte desHäuptlings und hatte Zulasz zu dessen ganzem Besitztum, auch'zu seinem Vorrat von Oelfischen. Ne-kil-stlas brachte nun dieMöwe und den Kormoran in Streit miteinander, indem er jedemvon diesen erzählte, daß der andere schlecht von ihm gesprochenhätte. Endlich kamen sie zusammen, und nach einem lebhaftenWortstreit folgten sie seinem Rat und begannen mit einander zukämpfen. Ne-kil-stlas wußte, daß der Kormoran einen Oelfischin seinem Magen hatte, und deshalb reizte er die Streitendenauf, besser zu kämpfen, sich auf den Rücken zu legen und mitden Füßen zu schlagen. Dies thaten sie auch, bis endlich derKormoran den Oelfisch von sich gab, welchen Ne-kil-stlas sogleichergriff. Darauf machte er sich ein Canoe aus einem morschenStamm und beschmierte es sowie sich selbst mit den Schuppendes Oelfisches. Als er dann während der Nacht zur Wohnungdes großen Häuptlings gelangte, bat er um Einlaß, um sich zuwärmen, da ihm sehr kalt sei. Er habe in der Nacht einengroßen Fang von Oelfischen gemacht, die er irgendwo in der Nähegelassen Hütte. Ssetlin-ki-jasch erwiderte, dies könne nicht wahrsein, da er allein die Oelfische besitze, aber Ne-kil-stlas forderteden Häuptling auf, seine Kleider und sein Canoe anzusehen. Daer diese mit den Schuppen des Oelfisches bedeckt fand, wurde erdavon überzeugt, daß außer seinen Oelfischen noch andere existierenmußten und wieder ärgerlich darüber, nicht im Alleinbesitz zusein, ließ er alle Oelfische frei, indem er sagte, daß sie in jedemJahre in großen Scharen kommen würden, um seine Freigebig-keit zu bezeugen und das Gedächtnis seines Namens wach zuhalten. Dies haben sie auch seit jener Zeit stets gethan.

In dem Mythenschatz der Haidas spielt auch der Donncr-vogel eine Rolle. Wenn er Nahrung verlangt, so legt er seinFederkleid an und erhebt sich in die Luft, wobei sein gewaltigerLeib den Himmel verdunkelt und das Geräusch seiner Flügel denDonner verursacht. Unter seinen Flügeln hält er einen kleinenFisch verborgen, den er ans dem Meere herausgeholt hat. —Diesen wirft er, wenn er einen Walfisch sieht, mit großer Gewalt