Die Nachbarvölker.
315
zu werden, war er in großer Eile. Hier und da entfiel ihmetwas Wasser, wovon die zahlreichen Flüsse, welche man jetzt ansder Erde findet, entstanden. Auf das Land der Haidas aberfielen nur einige Tropfen, wie Regen, weshalb es auch jetzt keinegroßen Ströme in demselben giebt.
Ne-kil-stlas suchte dann das Feuer zn bekommen, welchesauch im Besitze desselben mächtigen Wesens oder Häuptlings war.Er wagte aber nicht, wieder in dem Hanse des Häuptlings zuerscheinen, da er auch die Gunst der Tochter verloren hatte.Deshalb nahm er die Gestalt einer einzelnen Fichteunadel anund ließ sich dann auf das Wasser in der Nähe des Hausesherab, woselbst seine frühere Geliebte Wasser holte. Sie aberschöpfte die Nadel mit in ihr Gefäß und als sie das Wasser trank,verschluckte sie auch dieselbe, ohne es zu merken. Bald daraufwurde sie schwanger, und nach einiger Zeit gebar sie ein Kind,welches niemand anderes war als der listige Ne-kil-stlas, dem esans diese Weise gelungen war, in die Hütte zu kommen. EinesTages nahm er eine günstige Gelegenheit wahr und bemächtigtesich eines Feuerbrandes, mit dem er durch die Rauchöffnung da-von flog. Ueberall sprühte er die Funken umher; eine der erstenStellen aber, wo er ein Feuer anzündcte, war das Nordende derBancouver-Jnsel, weshalb auch so viele Bäume auf dieser Inseleine schwarze Rinde haben.
Immer aber waren die Menschen noch ohne Tageslicht undNe-kil-stlas machte es sich nun zur nächsten Aufgabe, sich dieses fürdieselben zu verschaffen. Er versuchte jetzt eine andere List. Ergab vor, auch Licht zu besitzen und blieb bei seiner Behauptung,wiewohl der Häuptling die Wahrheit derselben bestritt. Airsirgend welche Weise brachte er nun etwas zu stände, was mitdem Monde einige Aehnlichkeit hatte, und dies ließ er, als inder ewigen Nacht alle Menschen zum Fischen hinaus auf dieSee gefahren waren, ein wenig unter seinen: Federkleide hervor-sehen. Es warf einen schwachen Schimmer über das Wasser,weshalb die Menschen und Ssetlin-ki-jasch glaubten, daß es derwahre Mond sei. Acrgerlich darüber, nun nicht mehr deralleinige Besitzer des Lichtes zn sein, verlor er jeden Gefallenan seinem Eigentum und stellte sofort Sonne und Mond dahin,wo wir sie jetzt sehen.