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12. Kapitel
kommt der Nächste an die Reihe, und so fort, bis ein oder derandere alle Stäbchen verloren hat, wodurch das Spiel entschiedenwird" i).
Die Hochzeitsgcbräuche der Haidas sind ebenso einfach wiedie der Tlinkit. Vielweiberei ist selten, nur die Häuptlinge habenbisweilen mehr als ein Weib. Auf die Keuschheit der Frauenwird jetzt kein sehr hoher Wert gelegt, nach den Angaben ältererAutoren jedoch scheinen früher strengere Sitten geherrscht zuhaben.
Auch die Sitte der Abschließnng der in der Entwicklungs-Periode befindlichen Mädchen wird von den Haidas geübt, dochwird jetzt der alte Brauch nicht mehr so streng und allgemeinwie früher beobachtet. Ehemals wurde ein besonderer Winkel inder Hütte für das Mädchen abgegrenzt und ein eigener Feuer-platz ihr gewährt. Durch eine besondere, in der Hinterwand desHauses angebrachte Thür mußte sie ein- und ansgehen; bei derBegegnung mit Männern hatte sie schnell das Gesicht mit einemZipfel ihrer wollenen Decke zu verdecken. Mehrere Monate oderselbst ein halbes Jahr lang dauerte diese Abschließung, währendwelcher sie auch ein besonderes Kleidungsstück trug, eine ArtKapuze von kegelförmiger Gestalt, aus Cederrinde gewoben, welchebis unter die Brust herabreichte und mit einer Oeffnung für dasGesicht versehen war.
Der erstgeborene Sohn erhält gewöhnlich den Namen desältesten Bruders seiner Mutter, der zweite den des nüchstältestenoder einen zweiten Namen des ersteren. Sind keine Brüder vor-handen, so wird auch Wohl der Name eines verstorbenen Freundesgewühlt, oder der Name desjenigen, dessen Geist nach Anssagedes Schamanen in dem neugeborenen Kinde wiederkehrt. Dennwie unter den Tlinkit ist auch unter den Haidas der Glaube aneine mehrmalige Wiederkehr der Seele verbreitet. — Nach derNamengebung erfolgt die Ceremonie der Durchbohrung der Nasen-scheidewand und der Ohrläppchen, bei der wie bei der vorigenGeschenke verteilt werden. — Viermal im ganzen wechselt derHeranwachsende Jüngling seinen Namen, immer aber nimmt er-den eines mütterlichen Verwandten an. Bei den späteren Namen-
h Vgl. auch Swan in Liuiüiouiun 6outr. Vol. XXI, x. 8.