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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
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11. KnPiNl.

ihr Salzwasser zu trinken giebt, stirbt. Aber wenn der ver-meintliche Zauberer geständig ist, dann wird er an den Ort ge-führt, wv er die dem Kranken abgenommenen Gegenstände ver-borgen haben will. Dieselben aber sollen immer unversehrtbleiben, selbst wenn der Leichnam, ans welchem sie liegen, schonvöllig verwest ist. Sobald der Zauberer, der dabei von seinenFesseln befreit, aber streng bewacht wird, diese Gegenstände ge-funden hat, legt er sie in Baumrinde, oder in ein Blatt oder ineine Falte seines Mantels und zeigt sie den Umstehenden, welchenicht wagen, sie zu berühren; dann, wenn diese sich überzeugthaben, daß dieselben in der That dem Kranken gehören, rennt erin Begleitung seiner Wächter an den Meeresstrand und geht biszu den Kniecn in das Wasser hinein. Dort bleibt er stehen undwendet sich viermal langsam nach der Sonne, indem er mit beidenHänden die erwähnten Gegenstände vor sich hält; beim viertenMal aber taucht er sie ganz in das Wasser, geht noch weiter,bis zum Hals, in dasselbe hinein und taucht auch selber viermalunter, indem er ausruft, daß der Kranke ebenso gesund und reinwerden solle, wie er jetzt aus dem Wasser gehe.

Bisweilen sollen auch die Verwandten denjenigen töten, derin dem Verdacht eines Hexenkünstlers steht, um einen so ver-haßten Menschen nicht in ihrer Gemeinschaft zu haben. Wennaber jemand aus vornehmem Geschlecht der Hexerei bezichtigt wird,dann gehen die Verwandten heimlich in der Nacht zu ihm undbitten ihn inständig, den Kranken zu heilen, aber wagen es nichtihn zu ergreifen und zu binden.

Die Tlinkit glauben, daß die Hexenmeister auch fliegen kön-nen; sie sollen mitunter aus der Hütte, in der sie gefangen ge-halten wurden, mit Zurücklassung ihrer Fesseln entflohen sein, in-dem sie durch den Ranchfang davonflogen. Zur Zeit derMorgendämmerung sollen sie sich gern zu den Bcgräbnisplätzenbegeben, woselbst sie mit den Verstorbenen verkehren *).

Ich komme jetzt zu dem, was wir selbst unter den Tlinkitvom Schamanismus und Hcxenglauben zu beobachten und zu er-fahren Gelegenheit hatten. Der Glaube an die Kraft und andie Kunst der Schamanen ist auch jetzt noch, trotz der Beleh-rungen seitens der Missionäre, überall herrschend, und selbst solche,

') Wcniaminow 74 bis 80.