Mythen der Tlinkit.
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Essen begann Jölch von seinen Thaten zn erzählen und von derganzen Geschichte der Welt. Kanuk hörte anfänglich mit Auf-merksamkeit zu, aber endlich, wie interessant auch die ErzählungenJölchs waren, fing er an einznschlnmmern und verfiel in einenfesten Schlaf ans dem Deckel des Brunnens. Da nahm JölchHnndekot und legte ihn heimlich neben Kanuk. Darauf entfernteer sich etwas und begann zn rufen: „Achkani, steh'auf und sieh'nach, dir scheinst nicht gesund zn sein". Kanuk erwachte, und in-dem er den Worten Jölchs Glauben schenkte, begab er sich so-gleich ans Meer, um sich zu waschen. Jölch aber beeilte sich,den Deckel vom Brunnen aufznheben und so viel Wasser ausihm zu trinken, als er konnte. Nachdem er getrunken und nochden Mund voll genommen hatte, verwandelte er sich sogleich inden Raben und flog nach der Rauchöffnung. Hier aber wurdeer durch irgend etwas anfgehalten. Da machte Kanuk Feuer an,um seinen Gast zu räuchern, soviel er konnte; dadurch aber wurdeJölch und mit ihm auch der Rabe schwarz, vorher aber war erweiß gewesen. Endlich ließ Kanuk nach, und Jölch flog davonauf seine Erde und ließ ans seinem Schnabel Wassertropfen aufdas Land fallen; und wo kleine Tropfen hinfielen, da sind jetztQuellen und Bäche, wo aber größere fielen, da entstanden Seenund Flüsse". (Weniaminow 53 bis 55.)
In der Darstellung der Mythe über die Gewinnung derHimmelslichter und des Feuers folge ich gleichfalls WeniaminowsBericht.
„Die Himmelslichter waren bei einem reichen und mächtigenHäuptling in drei Kisten, welche sorgfältig verschlossen waren,und denen sich niemand nähern durfte. Jölch hatte davon gehörtund faßte den Plan, sich ihrer zu bemächtigen. Der Häuptlinghatte eine einzige Tochter, welche er sehr liebte und sorgsam be-hütete, sodaß er ihr nicht einmal erlaubte, zn essen oder zu trinken,ohne daß er Eß- und Trinkgeschirre vorher untersucht hätte;Jölch, der einsah, daß er das Licht von dem Häuptling nur,wenn er sein Enkel wäre, erlangen könnte, faßte den Plan, sichvon dieser Tochter gebären zn lassen. Die Ausführung diesesEntschlusses fiel ihm nicht schwer, da er das Vermögen hatte,jede beliebige Gestalt anzunehmen. So verwandelte er sich denneines Tages in einen Grashalm und ließ sich dann auf den Rand