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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
Entstehung
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4. Kapitel.

Kanten wagrecht ans einander gelegt werden. An den Endensind sie schwalbenschwanzförmig ausgeschnitten, sodaß sie wie dieBalken eines Blockhauses ineinander greifen. Vier runde Balken,die von den vier Pfosten der vorderen Giebelwand nach denender Hinteren gehen, bilden das Dachgerüst. Auf ihnen liegenzur Bekleidung 2 bis 3 Reihen kurzer Bretter, gleich Schiudelu,die zur besseren Befestigung mit Steinen beschwert oder auchdurch dünne über sie gelegte Längsbäume in ihrer Lage gehaltenwerden; durch Rindenstücke zwischen den Brettern wird die Dichtig-keit des Daches noch wesentlich erhöht. Die Dachfirst wirddurch einen rinnenartig ausgehöhlten Baumstamm gebildet, welcherüber die oben znsammenstoßenden Enden dieser Bretter gelegtwird. In der Mitte des wenig geneigten Daches wird einegroße viereckige Oeffnung gelassen, durch welche allein das Lichthineinfallcn und der Ranch hinausziehen kann. Eine verstellbareBretterwand, die diese Oeffnung ans der Windseite halb bedeckt,gewährt bei ungünstigem Wetter einigermaßen Schutz gegenRegen und Schnee. Um sie nach der Windrichtung stellen zukönnen, Pflegt an einer Seitenwand des Hauses ein Baumstammangelehnt zu sein, in den mit der Axt einige Kerben gehauensind, und der die Stelle einer Leiter vertritt').

Die einzige Oeffnung in den Wänden des Hauses ist dieThürvffnung, welche sich stets in der dem Wasser zugekehrtenGiebelseite befindet und gewöhnlich in einiger Höhe über demErdboden angebracht ist, sodaß man einige Stufen zu ihr empor-steigen muß. Diese Thüröffnung war ehemals nur ein rundesoder ovales Loch, welches von innen durch eine verhängte Matteverschlossen wurde; jetzt sieht man in den meisten Häusern vier-eckige Thüröffnungen, die freilich auch so niedrig sind, daß mannur ganz gebückt hindurchgehen kann. Die Thür selber, die jetztgewöhnlich mit Schloß und Riegel versehen ist und aus starkenBrettern besteht, dreht sich nach innen.

') Nach Ermans Beschreibung (Zeitschr. f. Ethn. II, 314) sind die Dächer derTlinkit-Häuser vierflächig pyramidal; auch in Schelichows Reise (Pallas V,216) werden ähnliche Dachkonstruktionen bei den Wohnungen der Jakutats er-wähnt. Wir haben dieselben jc8och nirgends wahrgenommen, und ebenso wenigwerden dergleichen von anderen Beobachtern beschrieben; wahrscheinlich warensie nur selten und nur bei provisorischen Bauten im Gebrauch.