Das Volk dcr Tlinkit.
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leiten'), wobei es nur auffallend ist, daß Weniaminow dieserscheinbar so naheliegenden Deutung nicht gedenkt. — Die ältesteAnwendung des Wortes in der Form „Kölnischen" finde ich indein Bericht der Steuerleute Jsmailow und Botscharow inSchelichows Reises. Nach der Uebersetzung von Erman^) lautetdie Stelle im Original: „Diese Geschlechter werden Koljuschi ge-nannt. Sie wohnen auf dem Festlande an verschiedenen kleinenFlüssen. Sie haben außer vielen kleinen Häuptlingen auch einengroßen, dem sie alle gehorchen ..." Daraus scheint doch her-vorzugehen, daß nicht erst die Russen, die zun: ersten Male mitden Tlinkit in Berührung kamen, ihnen diesen Namen gaben,sondern daß sie ihn vielmehr von den Eingeborenen selbst hörten,wahrscheinlich von den Konjagen, welche sie als Dolmetscher beisich führten.
Noch dunkler ist der Ursprung einer anderen von den Russenfür die Tlinkit gebrauchten Benennung, des Wortes „Schnjaga",welches nach Holmberg gleichbedeutend mit „Kolosch" und beinaheebenso häufig angewandt wurde. Desselben Wortes bedientensich aber auch die Tlinkit, wenn sie einen Russen anriefen, wes-halb Holmbcrg ihm die Bedeutung „Freund, gut Freund, höre,"beilegen möchte^).
Die eingewanderten Amerikaner pflegen die Tlinkit, wie alleEingeborenen kurzweg „Hativss" oder „Indians" oder auch„Ssciwasches" (Lirvasirss) zu nennen, mit Hinzufügung derHeimat, z. B. „8itRa Indians" oder „8itira Lirvasirss".
Das ganze Volk der Tlinkit zerfällt in verschiedene Stämme,„kon" genannt, deren jeder seine festen Niederlassungen hat undseine ganz bestimmten Jagd- und Fischereigebiete. Diese Stämmewerden nach dem Fluß oder dem Meerbusen genannt, an den:ihre Dörfer liegen, wie der Tschilkat-kon und der Jakutat-kon,
') Archiv II, 489; Zeitschr. f. Ethn. II, 300 bis 302.
°) Bei Pallas VI, 28.
-) Zeitschr. f. Ethn. II, 303.
^ Holmberg 11.
6) Das Wort stammt aus dem unter dem Namen Tschinuk (Chenook) be-kannten Handelsjargon an dcr Nordwestküste und ist eine Korruption von demfranzösischen „samva-ZW".
Krause, Tlinkit-Jndianer.
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