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6 (1907) 1106 bis 1116
Entstehung
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323
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Niederlage d. Einfalls d. Wenden. Heinr. Aufbruch z. Kampfe geg. d. Sachsen. 32Z

in südlicher Richtung in Bewegung gesetzt; sie wollten den durchdie Kaiserlichen bedrängten Vertheidigern des thüringischen PlatzesOrlamünde Hülfe bringen. Allein Heinrich V. war gewillt, aufden schon vorher zur Sammlung seines Heeres festgesetzten Taghin — den 10. Februar — die Waffen entscheiden zu lassen. Sobrach er von Wallhausen, wo — am Südrande des unteren Harz,im Thale der Helme — die Vereinigung seiner Streitkräfte voll-zogen worden war, in nordöstlich gerichtetem Marsche auf, um dieFeinde auf ihrem Wege nach Thüringen zu treffen und zu ver-nichten. Beim Welfesholz, westlich vom Unterlauf der Saale,zwischen dieser und deren linken Nebenfluß^, der Wipper, wurdendie Heere einander ansichtig. Aber bei der rauhen winterlichenWitterung mußte, da starker Schneefall den Kampf als unräthlicherscheinen ließ, noch eine Verschiebung auf den nächsten Tag ge-schehen. So kam es, daß erst am 11. Februar, einem Donnerstag,der Zusammenstoß eintrat.

Das sächsische Heer war von Herzog Lothar selbst angeführt;noch bei der Erwähnung der späteren Erwählung Lothar's alsKönig erinnerte man sich an diesen Tag, wo er dem EinbruchHeinrich's V. in Sachsen männlich entgegengetreten sei und denKaiser sogleich in die Flucht geschlagen habe. Neben Lothar standenBischof Reinhard von Halberstadt, Pfalzgraf Friedrich, MarkgrafRudolf, welche beide durch den Kaiser ihrer Würden beraubt wordenwaren; aber auch Fürsten aus den westlichen Theilen des sächsischenLandes, Graf Friedrich von Arnsberg und sein Bruder Heinrich,Graf Hermann von Calverla, aus Lothringen Heinrich von Limburgwirkten mit. Ein Hauptantheil an der Ermuthigung zum that-kräftigen Handeln wird dabei dem Bischof Reinhard zugeschrieben,der, so zu sagen, im Befehl des Heeres gewesen sei, infolge dessen,daß ihn der Kaiser stark beleidigt habe; nur eine MagdeburgerNachricht nennt außerdem noch den dortigen Erzbischof Adelgoto.Allerdings soll, nach einer jüngeren Erzählung, die sächsische Rüstungan Zahl der kaiserlichen keineswegs gewachsen gewesen sein: es seiendrei Sachsen auf fünf Kaiserliche gekommen; in Halberstadt da-gegen sprach die Ueberlieferung von unzähligen Mengen vonStreitern und Fußkämpfern auf sächsischer Seite.

Die Nacht vom 10. zum 11. Februar war vergangen; daserste Frühroth des Wintertages war hereingebrochen. Da hieltBischof Reinhard die Messe und richtete dazwischen sein Wort andas versammelte Volk, mit der Ermahnung, Gottes Gnade an-zurufen, unter der Versicherung, er werde den ihn in WahrheitAnrusenden niemals seine Barmherzigkeit entziehen, mit flehentlichenBitten um die Hülfe Gottes und des heiligen Pannerträgers desHöchsten und Blutzeugen, des Schutzherrn von Halberstadt, Stephanus,und so ermunterten sich gegenseitig die Streitfertigen, da es zurVertheidigung der Freiheit und des Vaterlandes gehe; sie erwartetenin standhaftester Haltung den Angriff des gegnerischen Heeres. Hein-rich V. ordnete nach seinem Eintreffen die Schlachtreihen so an,