Druckschrift 
6 (1907) 1106 bis 1116
Entstehung
Seite
236
Einzelbild herunterladen
 

werther Weise, vor Heinrich V. gesprochen hatte und durch denkaiserlichen Kanzler, als Dolmetscher, das Einzelne vorgetragenwurde, erhob sich ein heftiger Lärm in der Versammlung, und Erz-bischof Friedrich von Cöln, der den französischen Bischof bei sichgastlich empfangen hatte, weil er früher Gerhard's Schüler gewesenwar * *°), gerieth in Besorgniß für das Leben des Bedrohten, so daßer sagte: „Meister, ein sehr großes Aergerniß hast Du an unseren:Hofe erregt". Doch Gerhard antwortete entrüstet: „Dir sei es einAergerniß; mir ist es ein Evangelium". Aber dessen ungeachtetwurde der Bischof mit reichen Geschenken vom Kaiser entlassen.

Indessen hatten nunmehr auch diese Verhandlungen des Lateran-Concils wieder ihr Nachspiel in von beiden Seiten gewechseltenSchriften.

Aus dem auch jetzt wieder treu in kaiserlicher Gesinnung ver-harrenden Kloster Farfa") wurde, durch den Abt Beraldus,Heinrich V. über den Verlauf der Verhandlungen der Synode klarerAufschluß ertheilt ^), nachdem schon vorher Erkundigung von Seitedes Kaisers bei dem Briefschreiber geschehen und von diesem durchdie an ihn geschickten Boten die Antwort ertheilt worden war^).

Schon gleich der Eingang zeigt die zuverlässige Gesinnung desAbtes: „In allen Dingen zweifeln wir nicht, daß sowohl vor ZeitenEuer Vater, als jetzt Ihr die Treue unserer Kirche erfahren habet.Denn unsere Kirche schützt die Unversehrtheit der Erhabenheit EuresReiches, wie ihr eigenes Leben. Vielmehr läßt, eben weil die Ruheverdrängt wird, in angestrengtem Eifer unsere Besorgniß nicht nach".

an einen Ortsnamen denken, etwa Deutz? — doch ist Jaffe, RsZssta pontlk.Homan., I, 702, zur Zeit Paschalis' II. ein Cardinal Diviso genannt) aä im-psratorsm äiriZsrstur, gui voluutatem impsratoris eousulsreut, guatinusseelesias üomanas invsstituras rvponsrst, alioguin baditum consilium re-vslarstur, woran sich die Schilderung der bewegten Scene anschließt g. e.:unter dem canesllarius impsratoris, gui iläus intsrprss erat, möchte Giese-brecht, III, 1214, in den „Anmerkungen", nicht Adalbert verstehen, und Kolbe,Erzbischof Adalbert I. von Mainz und Heinrich V., 44, ist auch der Ansicht,es sei entweder Bischof Burchard von Münster, als italienischer Kanzler, oderder seit 26. März — vcrgl- n. 59 — für die deutsche Kanzlei genannte ^.r-noläus unter diesem Dolmetscher zu verstehen).

*o) Friedrich war in Oaliiis Gerhard's Schüler gewesen (vergl. im Ein-gang zur Geschichte Gerhard's, daß er in eivitate Dngoiisma st 1'straZoriea(Pcrigueux) st in guibusäam eastsilis eircumachjaoentibus die regimiua seo-larum gehabt hatte).

") Vergl. schon ob. S. 188 ff., sowie in Excurs II und die dort genannteDissertation Heinzelmann's: Die Imrfenser Streitschriften, 81 u. 82.

*2) Diesen Brief des Lssraläus) I?arlen8is abbas an Heinrich V. —purissimas ticislitatis obssguium — enthält der voäsx Uclalriei als Nr. 162(Jaffe, Libliotb. rer. 6srman., V, 289 u. 290, wo er zu Mai oder Juni ge-setzt wird).

^) Der Satz: klacuit vsstras sxesllsntiae nos eonsulsrs super nsgotiisistarum partium vsstri iwperü. (Quorum nonnulla jam per vsstros Isgatosvodis iutimavimus st ... . juxta nostram soientiam st intsllsetum intimarsLäslissims curamus (289) beweist solchen schon bisher geschehenen Verkehr.