Suatopluk's Vergeltungsthat in Böhmen. — Bedrängniß Paschalis' II. 89
Von Baiern zog der König wieder an den Rhein, und hierbeging er zu Mainz das Weihnachtsfest ^).
Papst Paschalis II. blieb — nur im Mai ist eine kurze Ab-wesenheit, in Sutri, bezeugt — während der ersten Hälfte desJahres in Rom^). Dann aber ging er im Herbst nach Unteritalienund überließ damit die Entwicklung der Dinge in Rom ihremeigenen Gange. Zwar übergab er die Leitung der Stadt und ihrerAngelegenheiten an Petrus, den Sohn des Leo, und an Leo Fran-gipani, den Schutz der außerhalb der Stadt liegenden Güter desheiligen Petrus an den Grafen Ptolemäus von Tusculum, denBefehl über die Truppen an seinen Neffen Walfred. Aber schonauf dem Wege mußte er vernehmen, daß alle Anordnungen um-gestürzt seien und allgemeiner Abfall sich ausgebreitet habe. InRom herrschten unzählige Zerwürfnisse; außerhalb Rom's tratenAnagni, Palestrina, Tusculum, auch die Sabina in den Aufstandein; als Haupt und Stütze der Abtrennung stellte sich Ptolemäusselbst an die Spitze, und er gesellte sich dabei Petrus Colonna,Abt Berald von Farfa, die römische Mannschaft bei; Albano unddie Maritima, die ihre Treue bewahren wollten, wurden durchEinbrüche der Feinde heimgesucht, und schon ließ Ptolemäus sichhören, es werde dem Papste der Wiedereintritt in Rom nicht
fchah der Abzug pro komoranm per traclitiovsm sua eustru capisntiluw) (I. s.,462). Rach den Xnnai. ksgavisim (a. 1110) — im Anschluß au die ob. S. 64in n. 47 eingeschaltete, durch irrige Angaben auffällige Aussage — hätte Hein-rich V. Suatopluk zu dem großen Blutbade unter den Wcrschowetzcn auf-gestachelt: Ilex 2ustipoleo eoiwuluit, ut omvsv primat68 gui >Vor8vvies äiss-bavtur cleeollaret, illegus paruit (88. XVI, 250). Bergl. auch Bachmaun, Ge-schichte Böhmens, I, 286—288.
29 Heinrich's V. Weihnachtsfeier ist durch Ekkehard, a. 1109 (I. e.), dieXvval. s. Xlbani, a. 1109 (i. s.), die Xnvalsv k?atbsrbrunnov8ss, u. 1109 (l. c.),die Xnnal. 8. Omiboäi, a. 1109 (i. e.), bezeugt. Die Ximal. ?sgavisn8. knüpfen,a. 1109, an die Erwähnung des Festes weiter an: (juo cum principe Rsu-toniei magno tulti apparatu, sollempnitsr unciigus eonvenirout, V'icpertU8stiam eum üliia 8ui8 VViepsrto st üeinrieo alkuit, guilniZ prob cloior! eailemks8tivitas in luotnm convev8a S8t (nämlich durch den Tod der Gemahlin desälteren Wiprccht, 9uäita comiti88L, die 16. Xal. 9avuarii gestorben war, in 8uopatrimonio Ln6i88in clieto — cs folgen einläßliche Mittheilungcu über dieBestattungsfeier acl Ligaugisn8s eosnobium, unter Bcthciligung der prinoipS8Losmiao, clomnas üuäitas kratre8, des Bischofs von Meißen, qui eum exeguiwallvenerat, der Bischöfe Albuin von Merseburg und Walram von Naumburg)(88. XVI, 248 u. 249).
28 ) Bon den zumeist aus dem Lateran gegebenen Zeugnissen — 9. 6198—6200 fallen nach Sutri, auf den 14. Mai — beziehen sich auf deutsche Kirchen9. 6188: Siegburg, 6191: für Bischof Otto von Bamberg, 6195: Anzeige anden Abt Laurentius von St. Bannes betreffend den Bischof Richard vonVerdun: Xiebaräu8 Viräunsimiv acl vv8 venisn8 nullam rsatus 8ui 8Lti8-kaetiovsm seelsmas lseit. Ilnäs ues a vobi8 iu sommuniovsm 8useeptu8, nsoa vinculo sxeommunieatioui8 al>8olutu8 68t (I-aursntii 6esta opiscopor. Vir-äimov8., e. 15 — 88. X, 500).