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Einleitung.
eine weiter gehende Vereinzelung des Kaisers seiner eigenen Nach-folge bedrohlich werden möchte, Einflüsterungen und geschickt vor-gebrachte Vorstellungen, daß das Reich bei länger dauernder Re-gierung des Kaisers zunehmender Verwirrung anheimgegeben sei,daß es als nothwendig erscheine, die Einheit der Kirche herzustellen,mit dem Papste sich zu versöhnen, während doch die Hartnäckigkeitdes durch die Excommunication vom kirchlichen Verbände fort-während ausgeschlossenen Herrschers dieser Vereinigung entgegen-stehe: Alles wirkte zusammen, um in dem schon in jungen Jahrenhart und selbstsüchtig gerichteten Sinn des Königs den Entschlußzu wecken, in geschickter Ueberraschung sich vom Vater zu trennen,der Zügel sich zu bemächtigen. Als endlich Heinrich IV. im Beginndes Jahres 1104 bei der Gewaltthat gegen das Leben des GrafenSigehard von Burghausen sich in unbegreiflicher Weise schwachund imentschlossen erwies und darüber die Mißstimmung immerklarer sich herausstellte, erachtete der Sohn die Zeit als günstig fürdie Ausführung seines Vorhabens. Der Kaiser war gegen dasEnde des Jahres im Begriff, einen Kriegszug nach Sachsen zuleiten, um eine dort geschehene Ausschreitung zu bestrafen und indem zum Gehorsam gebrachten Lande das Weihnachtsfest zu feiern,als, auf dem Wege dahin, Heinrich V. offen Verrath beging undvon der Seite des Vaters hinweg nach Baiern entfloh, wo ihn dieUnzufriedenen mit offenen Armen empfingen. In tiefstem Schmerzkehrte der Kaiser an den Rhein zurück.
Rasch entwickelten sich dann, gleich vom Beginn des nächstenJahres l 105 an, die Dinge weiter. Vergeblich versuchte der Kaiser,durch eine an den Sohn abgeschickte Botschaft diesen umzustimmen;ein Schreiben an Papst Paschalis II., in dem freilich das Selbst-gefühl des Kaisers in einer Weise hervortrat, die einer dem Papstenur in der Form der Unterwerfung denkbar erscheinenden Aus-söhnung entgegenwirken mußte, hatte ebenfalls keinen Erfolg. Viel-mehr beauftragte der Papst seinen Legaten im deutschen Reiche,Bischof Gebehard von Konstanz, der im schwäbischen Stammgebieteschon längst in die Mitte der an Kloster Hirsau sich anlehnendenkaiserfeindlichen Vereinbarungen getreten war, Eröffnungen an denjungen König weiter zu leiten und mit ihm sich zu vereinigen. Sowuchsen in Schwaben und Baiern die Verständigungen gegen denKaiser zusammen; andere Fäden wurden nach Thüringen undSachsen hin angeknüpft, und schon in der österlichen Festzeit warder König, von Gebehard begleitet, in Sachsen eingetroffen, woder schon länger mit Heinrich IV. unheilbar verfeindete, aus Mainzvertriebene Erzbischof Ruothard ihm gleichfalls zur Seite trat. Diein Nordhausen in der Pfingstwoche versammelte Synode zeigte dannvollends die enge Gemeinschaft des Königs mit den geistlichenGliederungen, so wie diese, zunächst in Sachsen, schon ganz in derForm der Beherrschung durch Papst Paschalis II., obgesiegt hatten.Dazu schien aber ferner die Haltung des jungen Königs, währendder Tagung der Versammlung, auch die weitgehendsten Erwartungen