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Gefühle, welche mich zu Dir hinzogen, anfänglichnicht die der Liebe waren. Ich weiß das durch die Ver-gleichung der Gegenwart mit der Vergangenheit — eswar damals eine Empfindung ganz des Geistes. Jetztkönnte ich Dich nicht die Worte sagen hören: 'Viola, setzglücklich mit einem Andern!'"
„Und ich könnte das jetzt nicht zu Dir sagen! Ach,Viola, werde nicht müde, mir zu versichern, daß Du glück-lich setzest!"
„Glücklich, so lange Du cs bist. Aber zu Zeiten,Zanoni, bist Du so traurig!"
„Weil das menschliche Leben so kurz ist; weil wir end-lich scheiden müssen; weil der Mond dort fortscheint, wenndie Nachtigall ihm nicht mehr singt. Eine kleine Frist,und Deine Augen werden irkbe werden, und Deine Schön-heit eingefallen, und diese Locken, mit denen ich jetzt tändle,
. grau und unlieblich."
„Und Du, Grausamer!" sagte Viola rührend, „anDir werde ich nie die Spuren des Alters sehen! Aberwerden wir nicht zusammen alt werden, und unser Augewird es sich nicht an einen Wechsel gewöhnen, daran dasHerz keinen Theil haben wird?"
Zanoni seufzte. Er wandte sich ab und schien mit'sich selbst zu sprechen."
Glyndons Aufmerksamkeit wurde noch gespannter.
„Ach, wäre es nur so," murmelte Zanoni; und dannViola stetig anschauend, sagte er mit einem halben Lä-cheln. „Fühlst Du keine Neugier, mehr von dem Gelieb-