«Wohl gesprochen, o Logiker der Schulen — aberbesinnt Ench noch einmal. Gesetzt, wir wollten all unserWissen allen Menschen ohne Unterschied mittheilen, denLasterhaften wie den Guten — wären wir dann Wohl-thäter oder Plagen? Denkt Ench den Tyrannen, den Sin-nensklaven, das böse und verdorbene Wesen im Besitzdieser furchtbaren Kräfte: würde nicht ein Dämon ausder Erde loSgelaffen seyn? Gesetzt dasselbe Vorrecht wäreauch den Guten eingeräumt: in welchem Zustand wäredann die Gesellschaft? In einem titanischen Kampf be-griffen — die Guten immer genöthigt, sich zu vertheidi-gen, die Bösen immerdar angreifend. Bei dem dermali-gen Zustand der Erde ist das Böse «in thätigeres Principals das Gute, und das Böse würde vorherrschen. Ans die-sen Gründen sind wir nicht nur feierlich verpflichtet, unsereWeisheit nur Solchen anzuvertrauen, die sie nicht miß-brauchen oder verkehren werden, sondern auch, daß wirzur Probe solche Prüfungen machen, welche die Leiden-schaften reinigen und die Wünsche veredeln.-Und darinbeaufsichtigt und hilft uns die Natur selbst; denn sie stelltgrauenvolle Wächter und unübersteigliche Schranken zwi-schen den Ehrgeiz des Lasters und den Himmel des erha-beneren Wissens."
Dieß war nur ein geringer Theil der zahlreichenGespräche, welche Mejnour mit seinem Zögling hielt —Gespräche, die, während sie sich nur an die Vernunft zurichten schienen, noch mehr die Phantasie entflammten.Gerade die Abläugnung aller Kräfte, welche zu erlan-