Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
79
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Ach," bemerkte Gertrud,sie sollte nicht mehrsein, denn sie würde ihre Schönheit jezt überlebtund gefunden haben, daß die Ruhmbegierde nunauf keine Nebenbulerin mehr in Friedrichs Brust stoße.Ruhm entschädigt die Männer für den Tod Dererdie sie liebten, aber Ruhmsucht ist eine Treulosigkeitgegen die Lebenden."

Nicht so, geliebte Gertrud," entgegnete Tre^vylyan schnell;mein Lieblingstranm von künfti-gem Ruhm ist die Hoffnung seine Kränze zu Dei-nen Füßen zu legen! Und sollt ich mich in kom-menden Tagen je über die Menge erheben, so würdeich dabei nur forschen, ob Dein Schritt stolz,Dein Herz erhoben sei."

»Ich hatte Unrecht," erwiederte Gertrud mitThränen in den Angen;um Deinetwillen kannauch ich ehrgeizig werden."

Vielleicht irrte sie sich hierin gleichwol, denncs ist eine gewöhnliche bittere Erfahrung unsererHerzen, daß die Frauen so selten ein verwandtesGefühl für unser besseres, edleres Emporstreben ha-ben. Ihre Ehrliebe geht nicht auf gross Dinge;sie vermögen jene Sehnsucht nicht zu begreifen,welche die Freude verachtet und mühsame Tage be-gehrt." Lieben sie uns, so fodern sie in der Regelzu viel. Sie sind eifersüchtig auf die Ruhmbegierde,der wir so vielfache Opfer bringen und die eineScheidewand zwischen uns und ihnen zieht; sich ab-wendend, verweisen sie jene strenge Lust groser Ge-