Sechzehntes Kapitel.
Gertrud. Spaziergang nach Hammerstein. Gedanken.
Am folgenden Tag besuchten fle die Umgebun-gen von Brohl. Gertrud war gegen ihre Gewohn-heit schweigsam, denn in der Regel strömte ihr vonNatur Helles, sonniges Gemiith auf Alles was siesah seinen Glanz aus. Ach wie leicht war einstdieser Schritt gewesen! —^ wie lebenwogend diejungen Grazien dieser Glieder! — wie froh hatteneinst die Loben um diese lachenden Wangen gegan-kelt! — Aber mit noch innigerer Zärtlichkeit, alssonst, klammerte sie sich an Trcvylyans markigeGestalt, und noch aufmerksamer hing sie an seinenWorten. Ihre Hand suchte die scinige, und oftdriikte sie dieselbe an die Lippen und seufzte wennsie so that. Etwas, das sie nicht sagen wollte,schien in ihr vorzngehen, und verernstete das kind-lich spielende Gemiith. Jedoch war es ein auffal-lender Zug in Gertrud, das; Alles was ihre Heiter-keit minderte, ihre Liebesfähigkeit mehrte. DieSchwäche des Körpers theilte sich der Seele niemit. Sie war freundlich, sanft, zärtlich bis zumlezten Augenblik.