Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
61
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Und Orna warf sich zu den Fußen ihres Ge-mals. „Flieh schnell, mein Geliebter, flieh in denWald weit weg von meinen Brüdern, sonst endigtdas Schwert Seirors Deine Tage."

Da kreuzte der Sohn Osla's die Arme undschien in schwarze Gedanken verloren; und achtetenicht ans Orna's Stimme, bis sie ihn wieder undwieder um die Flucht angefleht.

„Fliehen?" sprach er endlich. „Nein, ich be-dachte welclw Strafe die Sterne auf nnscrn Feindherabsenden würden. Mögen Krieger fliehen. Mor-den der Seher siegt durch stärkere Waffen als LasSchwert."

Nichtdestoweniger war Morven verwirrt in sei-ner Seele und wüste nicht wie er sich retten solltevor der Rache des Königs. Während er also hoff-nnnglos nachsann, hörte er ein Rauschen von Was-sern, und siehe, der Strom — denn es war jcztam Ende des Herbstes — hatte die Ufer gebrochenund tosete durch das Thal gegen die Häuser derStadt. Und die Männer des Volks und die Wei-ber und Kinder rannten mit Angslgeschrei zu Mor-onis Haus und riefen: „Siehe, der Strom ist aufuns eingebrochen; rctt uns, o Diener der Sterne."

Da kam ein plözlicher Gedanke über Morvenund er beschloß sein Schiksal an einen verzweifeltenEntschluß zu sezcn.

Und still und traurig trat er auS dem Hausund sprach: „Ihr wist nicht, was Ihr fodert: ich