Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
21
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LI

Jahr werden ansgetheilt, und ohne daß wir darumwissen lesen die Sterne unser Verhängnis'. Einestille, feierliche Nacht ist es, worin steh die schwar-zen Thore der Zeit aufthnn, den Geist des todtenJahres zu empfangen, und der junge, stralendeFremdling aus dem unwölkten Schos der Ewigkeithervorspringt. In dieser Nacht, Heist es, habendie Geister, die wir nicht sehen, Freiheit und Ge-walt; die Todten werden in ihren vergessenenGräbern aufgestört, und die Menschen trinken undlaelwii, während Dämon und Engel um ihr Losstreiten.

Es war Nacht am Himmel; Alles war inlautloses Schweigen versenkt; die Mnstk der Sphä-ren hatte aufgehört und kein Ton ging aus vonden Engeln der Sterne; und Derer, die auf denglänzenden Stühlen saßen, waren drei tausend undzehn, Jeder dem Andern gleich. Ewige Jugendscbmükte ihre stralende» Glieder mit himmlischer-Schönheit, und ans ibrem Antliz stand der Scbrs-ken der Ruhe, jene furchtbare Stille, die zu denGeschiken, über welchen sie brütet, kein Gefühl undkeinen Herzschlag hat. Krieg, Sturm, Pest, dasSteigen und Fallen der Reiche ordnen und be-grenzen sie ohne Jubel, ohne Schmerz. Die blutigen,herzdurchrieselnden Frevel, die Nachts umherscblci-chcn wenn die Welt schläft; der Vatermörder mitleisem Schritt und starrem Haar und erhobenemMesser; die gattenlose Mutter die hinansschlüpft