Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
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Sie hatten sich ans das jenseitige Ufer sezenlassen, nm das SchloßHammcr stein zn bcsnchen.Der Abend war dnrchsichtig klar, und noch hing dieSonnenmärme an der Lnft, obwol als ihr Kahnans einem Unweg nach dem Dorf znrükkchrte, dieDämmerung bereits geendet hatte nnd der Mondam Himmel stand. Breit und gerad strömt derRhein an dieser Stelle seines Bettes. Ans der ei-nen Seite liegt, von Waldung umschattet, das DorfNamedy, der Weiler Fornich als Vorgrundder krenzborner Ley (Fels) nnd die Berge,welche das geheimnisvolle Brohl schirmen; ansdem jenseitigen Ufer sahen sie den mächtigen Fel-sen von Ha mm er stein mit seinen grünen, tod-tenfarbigcn Ruinen im schwermüthigen Mont-lichtschlafen. Zwei Thürme stiegen hoch über das niedre,mehr zerfallene Getrümmer ans. Welcher Wechsel,seit abwechselnd die Fahnen der Schweden und derSpanier in jenem groscu Krieg, worin der schim-mernde Wallenstcin seine Lorbeeren gewann, von die-sen Wällen geweht! Und in seiner mächtigen Ruhefloß der Vater Rhein dahin, den Nachen ans denglattem Spiegel znrükstralend; oben warf derMond, von dünnen, schattenhaften Wolken nmgür-tet, seinen Dämmerglanz auf umgrünte Felsen nndhob in ruhiger Ferne die Doppelthürme Ander-nachs in verschwimmendem Licht hervor.

Wie schön ist diese Stunde!" sprach Gertrudmit leiser Stimme.Wahrhaftig wir leben nicht ge-