ja cS war diese Enttäuschung, welche die Nebel undDunste verjagt, die, aufstcigcud aus den Sumpf-läudern der großen Welt, allmälig uni seine Seele sichhcrgclagcrt hatten. Valerie von St. Vcntadour hatteihn gelehrt, ihr Geschlecht nicht zn verachten, nicht nachdem Schein zu nrtheilen, nicht sich anstcckcn zu lassenvon der Krankheit einer gemeinen, heuchlerischen Welt.Er suchte in seinem Herzen Lic Liebe zu Valerien under fand darin die Liebe zur Tugend. So, als er seineBlicke nach innen kehrte, erwachte er nach und nachzu dem Bewußtsein der eigentlichen Eindrücke, vonwelchen sein Gcmiith erfüllt war. Und er empfand:der bitterste Tropfen der tiefen Quellen war nichtKummer um sich, sondern um sic. Welche Qualenmußte dieser stolze Geist erduldet haben, che er sichzu dem Geständniß, das er abgelegt, entschließenkonnte! Aber selbst in dieser Bctrnbniß fand er zn-ldtzt einen Trost. Ei» so kräftiger Geist konnte dieSchwache des Herzens unterstützen und heilen. Erempfand, .daß Valerie von St. Vcntadour nicht dieFrau war, die in widerstandsloser Hingabe an krank-hafte und nnhciligc Gcmüthsbcwcgnngcn sich schmach-tend verzehrte. Er konnte sich nicht schmeicheln mitder Annahme: sic würde eine Liebe, die sie bereute,nicht mit der Wurzel auszurottcn suchen; und er seufztein einer sphr natürlichen Anwandlung von Selbstsucht,wen» er sich gestehen mußte, daß es ihr auch früheroder später gelingen werde. „Doch cS sep so," sagteer halb laut — „ich will mein Her; darauf vorbcrciten,
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten