20
Maltravcrs lächelnd. „Aber ich kann mich immer nocheiner schönen Nacht srcncn und sie genießen."
„Oh, wenn Ihr die Fliegen in Eurer Suppegern habt — wie jener Mann zu seinem Gast sagte,als er sorgfältig die entomologischen Mohren wiederin die Schüssel warf, nachdem er sich hcrausgcschöpft
— „wenn Ihr die Fliegen in Eurer Suppe gern habt,wohl und-gut — buons, notte!"
Ferrcrs hatte gewiß nicht Unrecht mit seiner Tbc'o-rie, daß wir, wenn wir wirkliche Abenteuer erlebthaben, weniger mehr von krankhafter Empfindsamkeitverspüren. Das Leben ist ein Schlaf, in dem wir ammeisten zu Anfang und zu Ende träumen — das inder Mitte liegende nimmt »ns -z» sehr hin, als daßTräume Platz fänden. Aber dennoch kann man immer-hin, wie Maltravcrs sagte, sich an einer schönen Nachterfreuen, besonders an den Küsten von Neapel.
Maltravcrs wandelte sinnend einige Zeit hin undher. Sei» Herz war in weicher Stimmnng — alteGedichte klangen ihm im Ohr — alte Erinnerungenzogen ihm durch die Seele. Aber die sanften, dunkelnAugen der Frau von St. Vcntadonr glänzten durchalle Schatten der Vergangenheit hindurch. KöstlicheBerauschung — ein Trunk aus der roscnfarbncn Schaale
— welche Phantasie ist, aber Liebe scheint!