Druckschrift 
7 (1836)
Entstehung
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nicht ob die Bemerkung schon früher gemacht worden)daß ein mächtiger Unterschied zwischen Denen statt-fand, die ein Talent, und Denen die den Geistgebildet hatten; daß Menschen von bloßem Genie imLeben oft Jrrthümcr, wenn nicht gar Verbrechenbegingen; daß dagegen Fehler oder Verbrechen beiSchülern der Philosophie auffallend selten vorkamcn.Zwar war die höchste Bildung der Vernunft nochnicht so weit gebracht worden, um den Bildner vorfalschen Ansichten zu bewahren; allein schon einemäßige Bildung hatte hingercicht, um ihn vor einerfalschen Handlung weise zu sichern; und nurden Jüngern der Weisheit, wie einst den Magiernaus Morgenland, schien der nie irrende Stern ver-liehen, der durch die Mühen der Erde und die Wol-ken des Himmels endlich zu Gott führt."

Als ich diese Thatsachc aus den Lebensbeschrei-bungen aufgefaßt hatte, hielt ich an und sagte zumir selbst:Es muß ein herrlicher Vorzug in derWeisheit liegen, wenn sic selbst in ihren unvollkom-menen Schülern so wohlthätig auf die Moral zu wir-ken vermag." Diesen Gedanken verfolgend verdop-pelte ich meine Forschungen, und siche, der Gegen-stand meiner Bemühungen war gefunden! Ich hattefrüher eine genügende Antwort auf die Frage:Wasist Tugend?" bei tausend verschiedenen GlaubenS-meinungcn gesucht, und mein Herz hatte die Erwiede-rung jedesmal verworfen.Tugend," sagten Einige,und meine Seele beugte sich chrfurchtvoll vor dem