2S
Recht; verzeihen Sic mir. Sie trauert vielleicht jetztnoch um meinen Vater, den ich nie sah, den nur zunennen mir, wie ich wohl suhle, gleichsam stillschwei-gend verboten ist — Sie kannten ihn nicht?"
„Ihn - Wen?"
„Meinen Vater, meiner Mutter ersten Gatten?"
„Rein."
„Aber ich, gewiß ich hätte shn nicht so herzlichlieben können, wie meinen Wohlthätcr, meinen zweitenund wahren Vater, der jetzt todt und dahin ist. Achwie gut erinnere ich mich seiner noch — wie sehn-süchtig!" Hier stockte Evcline und brach in Thräncnaus.
„Sic thnn wohl, ihn so in der Erinnerung zubehalten, sein Gcdächtniß zu lieben und zu verehren;er war Ihnen wirklich ein Vater. Aber jetzt Evcline,mein gutes Kind, hören sie mich. Haben Sie Achtungvor dem schweigenden Herzen Ihrer Mutter; lassen Siesic nicht glauben, daß ihr Unglück, worin cs immerbestehe, einen Schatten zu werfen vermöge auf Sie —Sie, ihre letzte Hoffnung und Wonne. Statt daß Siesuchten die alten Wunden wieder aufzureißen, lassenSie sie vielmehr heilen, wie sie müssen, unter demwohlthätigen Einfluß der Religion und der Zeit; undwarten Sic die Stunde ab, wo vielleicht ohne zu leb-haften Schmerz Ihre Mutter mit Ihnen in die Ver-gangenheit zuriickgchcn kann."
„Ich will, ich will das. Oh wie abscheulich, wieherzlos war ich; — es war nur sin Ucbermaß von