38
Fünftes Kapitel.
Sage mir, Soplste, meine Liebe, waS hättst sn so»unser» neue» Besuchen?
Landpredigcr von Wakesicib.
Mrs. Merton und ihre Tochter saßen schon in demMittlern Gesellschaftszimmer, zu beiden Seiten vonMrs. Leslic. Jene war eine Frau von einem ruhigenund gefälligen Acnßcrn; ihr Gesicht noch hübsch, undwenn nicht großen Verstand, doch wenigstens nüchterneGutherzigkeit und eine zufriedene Gemüthsart aus-sprechend.. Die Tochter war ein hübsches schwarzäugi-ges Mädchen von scharf ausgeprägten Zügen und voneiner Schönheit von ins Auge fallendem Styl; —groß, zuversichtlich und zwar einfach, aber nach deranerkannten Mode gekleidet. Der reiche Hut von gro-ßem Zuschnitt, wie man sie damals trug; der Chan-tilly-Schleier; der heitere französische Cachemir-Shawl;die bauschigen Aermcl, nach dem unnatürlichen Ge-schmack jener Zeit; das kostbare aber nicht auffallendeScidekleid; die elegante Fußbekleidung; die Gesellschafts-Haltung, das leichte und bequeme Benehmen, der ru-hige aber forschende Blick — das Alles machte Evelinenstutzen, verwirrte, ja beängstigte sie fast.
Miß Merton ihrerseits ward, als sie mehr zurRuhe gekommen, ebenso überrascht von der Schönheitund unbewußten Anmuth der jungen Huldin vor ihr,und stand auf, um sie mit anstandsvoller Herzlichkeit