wir ein zweites und höheres Leben i» unfern Gedan-ken und Träumen leben. Durch Beispiel eben so sehrwie durch Lehre anferzogcn in dem Glauben, welcherdie Crcat-nrcn und den Schöpfer verbündet, fühlte siein dieser Stunde, wie der Gedanke selbst etwas vonder Heiligkeit des Gebets an sich hatte; und wenn dießauch die Stunde war, wo, von den himmlischen Träu-men zu mehr irdischen Gesichten übergehend, das Herzseine eigene Feenwelt hicnicdcn sich ansmaltc und be-völkerte: so ist von den beiden idealen Welten, welchejenseits des Zolles Zeit liegen, innerhalb dessen wirstehen,, die Welt der Einbildungskraft vielleicht heiligerals die der Erinnerung.
So kehrte, als der Tag stieg, jetzt Evcline mitnüchternerem Mnthe zurück und begrüßte hierauf ihreMutter und Mrs. Lcslie beim Frühstück; dann lagenihr, obgleich sic eine Erbin war, die Sorgen für dieHaushaltung, freilich keine sehr drückenden, ob; undnach Erfüllung dieser Pflicht kam sic wieder zum Stroh-hnt und zu Sultan zurück; sic öffnete ein kleines Thorhinten an dem Landhausc, und schlug den Pfad überden Dorfkirchhof ein, der zum Hause des alten Pfar-rers führte. Der Begräbnißplatz selbst war mit einemSaum von Bäumen eingefaßt und umschlossen. Anßcrder kleinen, durch das Alter mißfärbig gewordenenKirche und den Dächern des Landhauses und der Pfarr-wohnung War hier kein Gebäude, nicht einmal eineBauerhstttc sichtbar. Unter einem dunkeln, einzelnenEibenbaum mitten in dem Kirchhof war ein roher Sitz