Druckschrift 
5 (1838)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

Lebe» verleidet! Es bezauberte einen, fast krankhaftdelikaten hstann in dem, was sich auf ächten Adel desCharakters bezieht, daß, fo verschiedenartige Gegen-stände auch besprochen wurden, kein niedriger oder ge-meiner Gedanke sc diese schönen Lippen befleckte. Eswar nicht die bloße Unschuld der Uncrfahrcnhcit, son-dern die moralische Unfähigkeit zur Schuld und Tucke,was ihn an die Genossin, die er sich auf dem Pfadzur Ewigkeit erkoren, mit solchen Zanbcrbandcn fesselte!Er war auch entzückt über dcn Rcichthum der Evelinenzu Gebot stehenden Hnlfsqnellcn; sic besaß eineFähigkeit, ohne welche die Frau keine Unabhängigkeitvon der Welt keine Bürgschaft hat, daß nicht diehäusliche Zurückgezogenheit ihr bald zur ermüdenden,langweiligen Monotonie erschlaffen werde, dieFähigkeit, auch ans Kleinigkeiten einen Stoff der Be-schäftigung oder Unterhaltung zu machen; sie war leichterfreut und vergnügt und doch wußte sic sich auchso leicht über eine Täuschung zu trösten. Er erkannte und er schalt sich selbst wegen seines Unverstandes,daß er cs nicht früher erkannt daß, jung und un-endlich liebenswürdig wie sie war, sie keines Spornsdurch das ungestüme Treiben und Streben und diehohle Bewunderung der Menge bedürfe.

So," dachte er,sind die Naturen, die alleinJahre lang die Poesie der ersten leidenschaftlichen Illu-sion fcsthaltcn die allein die Ehe zum Siegel machenkönnen, das die Neigung des Herzens befestigt statt