58
Jugend Evclincns. Sic konnten nicht glauben, daßdie Gefühle, die er cingeflößt, kälter scycn, als die,die ihn selbst beseelten.
Eines Tages war MaltravcrS einige Stundenans seinen einsamen Strcifzügcn abwesend gewesen undde Montaigne war »och nicht zurück von Paris, da-rr beinahe täglich besuchte. Es war so spät Nachmit-tags, daß er beinahe an den Abend grenzte, alsMaltravers auf dem Heimweg den Garten wieder be-trat durch ein Thor, das ihn von einem ausgedehntenWald trennte. Er sah Evclinc, Theresa und zweiihrer Kinder auf einer Terrasse, beinah unmittelbarvor ihm spaziere» gehen. Er trat zu ihnen; und baldtraf cs sich zufällig, daß Theresa und er hinter denUebrigcn drein schleuderten — in einer kleinen Entfer-nung, so daß man einander nicht mehr hörte.
„Ach! Mr. MaltravcrS," sagte Jene, „wir ver-missen den milden Himmel Italiens und die schönenTinten und Beleuchtungen Como's."
„Und ich meines Thcils vermisse die Jugend,welche dem Gras neuen Glanz und den Blumen neueHerrlichkeit verlieh."
„„Nein; wir sind jetzt glücklicher, glauben Siemir's; — oder wenigstens wäre ich cS, wenn — aberich darf nicht an meinen armen Bruder denken. Ach!wenn seine Schuld Sic einer Lebensgefährtin beraubte,die Ihrer würdig war, so wäre cS doch ein Trostfür seine Schwester, endlich glauben zu dürfen, daß