Druckschrift 
5 (1838)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

ständige Familie; und de Montaigne selbst war ange-nehm und gewinnend trotz seines nüchternen We-sens »nd seiner Liebe zu philosophischen Erörterungen.Evclinc hörte oft nachdenklich den Lobspriichcn zu,welche Theresa ihrem Gemahl crtheiltc ihren Er-zählungen von dem Glück, das sie in einer Ehe gefun-den, in der eine solche Ungleichheit der Jahre Statthatte; Evclinc fing an, die Wahrhcic ihrer früher»romantischen Träume in Zweifel zu ziehen.

Caroline sah die unzweideutige Neigung von Mal-travcrs mit derselben Gleichgültigkeit, mit der sie dieBewerbung Legards vcrmuthet hatte. ES galt ihrgleich, welche Hand Evclincn und sie selbst von denPlanen Vargravc's befreite; aber Vargrave be-schäftigte beinah alle ihre Gedanken. Die Zeitungenhatten die Nachricht von seiner ernstlichen Krankheitgebracht einmal selbst von seiner großen Gefahr.Er war jetzt in der Erholung begriffen, aber immernoch außer Stand das Zimmer zn verlassen. Er hatteihr einmal geschrieben und sein Mißgeschick beklagtseine Hoffnung ausgesprochen, bald in Paris zu scpn,und mit unverkennbarer Zufriedenheit Legards Abreisenach Wien berührt, die er aus der Moruing Post er-fahren hatte. Aber er war entfernt allein krank ungepflegt; und obgleich Carolinens strafbare Liebedurch Vargravc's eiskalte Selbstsucht durch Tren-nung und Zeit sehr hcrabgcstimmt worden war, hattesie doch das Herz eines Weibes; und Vargravewar der Einzige, der cs je gerührt. Sie fühlte für