Druckschrift 
5 (1838)
Entstehung
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schöne stoische Philosophie über de» Haufen warfund dich ganz eigentlich zum Sklaven des Rosengar-tens machtedoch, Maltravcrs, hättest du wenigstenscinschcn können, daß du für immer alle Berechtigungzum Stolz alle Vorrechte, den großen Haufen zuverachten, verwirkt hattest! Aber du warst stolz aufdeine eigene Schwäche! Und viel schärfer muß die Lehrescpn, die dich überzeugt, daß der Stolz, dein Engel immer bedroht ist vom sichern Fall!

Welch ein Jrrthum zu glauben, die Leidenschaftenscpcn am stärksten in der Jugend! Die Leidenschaftensind nicht stärker, aber die Beherrschung derselben istschwächer. Sie werden leichter erregt sie sind hef-tiger und leichter sichtbar aber sic haben wenigerEnergie, weniger Dauer, weniger concentrirtc undnachhaltige Kraft als in reiferen Jahren. In derJugend folgt Leidenschaft auf Leidenschaft und einebricht sich an der andern, wie die Wogen an einemFelsen, bis das Herz durch seinen eigenen Ungestümendlich zur Ruhe kommt. In den Manncsjahrcn walltdas große Meer ruhiger aber tiefer; seine Stille istdas Zeichen der Gewalt und Furchtbarkeit seiner Strö-mung, wenn der Wind weht und der Sturm sich erhebt.

Eines jungen Mannes Ehrgeiz ist nur Eitelkeiter hat kein bestimmtes Ziel er spielt mit tausendSpielsachen. Wie cs mit dieser Einen Leidenschaft ist,so auch mit allen andern. In der Jugend ist die Liebeimmer im Fluge begriffen, aber, wie die Vögel imApril, hat sic sich noch kein Nest gebaut. Wo eine