Druckschrift 
4 (1842)
Entstehung
Seite
97
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für Nacht Deine Seele meinen Schwingen zn folge» durchden ungestörten Glanz der Unendlichkeit. Jetzt hast DuDich wieder an die Erde gebunden mit ihren stärksten Ket-ten, und die Anziehungskraft des Staubes ist mächtigerals die Sympathien, welche zu Deinem Zauber den Be-wohner der Sternstrahlen und des Aethers herabzogen.Als das letzte Mal Deine Seele mir zuhörte, störten schondie Sinne Deinen Geist nnd verdunkelten Deine Sehkraft.Noch einmal komme ich zu Dir; aber selbst Deine Kraft,mich vor Dich zu fordern, erbleicht in Deinem Geiste,wie der Sonnenschein in der,Welle, wenn die Winde dieWolke zwischen das Meer und den Himmel jagen."

Ach, Adon-Ai!" versetzte der Seher traurig,ichkenne nur zu wohl die Bedingungen des Daseyns, dassonst Deine Gegenwart zu lbeglücken pflegte. Ich weiß,daß unsere Weisheit nur entspringt ans der Gleichgül-tigkeit gegen die Dinge der Welt, welche die Weisheit be-herrscht. Der Spiegel der Seele kann nicht Himmel undErde zugleich zurückstrahlen; und Eins von Beiden ver-schwindet von seiner Oberfläche, sobald das Andere seinerTiefe sich einprägt. Aber nicht, um mich wieder einzn-setzen in jene erhabene Abgezogenheit, worinder Geist,frei und körperlos, von einer Region zur andern empor-steigt bis zu den Sphären, habe ich Dich noch einmal,mit der Mühe und Todesqual geschwächter Macht, zumeiner Hülfe angerufen. Ich liebe; und in der Liebefange ich an <- in den süßen Menschlichkeiten eines andernWesens zu leben. Wenn auch noch weise in Allem, was