Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
106
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Alten geweckt. Zanoni flüsterte der Frau Etwas ins Ohrund fle zog den Alten in aller Stille ans dem Gemache.

Fürchtest Dn dich, mich eine Stunde bei DeinemPflegling allein zu lassen, Viola? glaubst Dn noch immer,dieß Wissen rühre vom bösen Feind her?"

Ach," sagtcBiola, gedchmüthigt und doch freudig,vergebt mir, vergebt mir, Signor. Ihr heißet die Jun-gen leben und die Alten beten. Meine Gedanken sollenEuch nie mehr zn nahe treten!"

Ehe die Sonne anfging, war Beatrice außer Ge,fahr; um Mittag entfloh Zanoni den Segnungen des be-tagten Paares, nnd als er die Thnrc des Hauses schloß,fand er Viola, die seiner außen wartete.

Sie stand schüchtern vor ihm, die Hände demüthigüber der Brust gekreuzt, die niedergeschlagenen Augen inThränen schwimmend.

Laßt mich nicht die einzig Unglückliche bleiben!"

Und welche Heilung können die Kräuter nnd schmerz-stillende Mittel an dir bewirken? Wenn Dn so leichtSchlimmes von Denen glauben kannst, die Dir geholfenhaben, und Dir noch gerne dienen möchten, so liegtDeine Krankheit im Herzen, und nein, weine nicht!Pflegerin der Kranken nnd Trösterin der Traurigen, ichsollte Dich vielmehr loben als schelten. Dir vergeben!Dem Leben, das immer der Vergebung bedarf, ist es erstePflicht, zn vergeben."

Nein, vergebt mir noch nicht! Ich verdiene keineVerzeihung; denn jetzt selbst, während ich fühle, wte