Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
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mit einem Schloß, kaum größer als das Siegel an einemRinge, aber stark genug, um den sinnreichsten Instru-menten des Schlossers zu trotzenwenigstens hatte einerseiner Diener, von unwiderstehlicher Neugier getrieben,den Versuch vergebens gemacht; und obgleich er wähnte,erhübe es in der günstigsten, geheimsten Zeit versucht in der Todtcnstille der Nacht wo keine Seele knder Nähe Zanoni selbst von Hanse abwesend warso gab ihm doch sein Aberglauben, oder sein Gewissen,dieß als den Grund davon an, daß ihn am nächstenTage der Hausverwalter in aller Ruhe verabschiedete.Er entschädigte sich für dieß Mißgeschick dadurch, daß erseine Geschichte überall ausbreitcte, und zwar mit tau-send belustigenden llcbertrcibnngen, Er versicherte, daß,wie er sich der Thüre genähert, unsichtbare Hände ihnwegznzerren geschienen; und wie er dag Schloß berührt,sch er wie vom Schlage gerührt zu Boden gesunken. EinWundarzt, der die Geschichte horte, bemerkte zum Miß-fallen der Wnnderkrämcr, möglicherweise habe Zanonieinen geschickten Gebrauch von der Elekiricität machen kön-nen. Wie dem seh, dieß Zimmer, einmal so verwahrtund gesichert, ward nie von einem Andern als von Zanoniselbst betreten.

Die feierliche Stimme der Zeit, von der benach-barten Kirche her, erweckte endlich den Herrn des Palastesaus der tiefen, regungslosen Träumerei, die mehr eineVerzückung als Nachsinnen zu sehn schien, worin seineSeele versunken war.