Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
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gereist wäre. Hast Du Dir nie eine Häuslichkeit ausge-malt, worin Du mit Deinem jungen Anbeter lebtest?"

Nie," sagte Viola mit plötzlicher Energie,nie, alsnur um zu fühlen, daß dicß nicht das mir bestimmte Loo«sen. Und o!" fuhr sie fort, plötzlich aufstehend und, dieFlechten zurückstrcichend, welche ihr Antlitz verschleierten,heftete sie ihre Blicke auf den Fragenden:und o! WerDu auch bist, der Du in meiner Seele lesen und meineZukunft gestalten willst, mißdeute nicht das Gefühl, das das," (sie stammelte einen Augenblick und fuhr mitniedergeschlagenen Augen fort)das meine Gedanken anDich gefesselt hält. Glaube nicht, daß ich eine »ngesuchteund nnerwiedcrte Liebe nähren könnte. Es ist nicht Liebe,was ich für Dich fühle, Fremder! Wie sollte ich? Du hastnur zu mir gesprochen, mich zu warnen und jetzt, michzu verwunden!" Wieder hielt sie iune, wieder bebte ihreStimme: die Thränen zitterten ihr an den Wimpern; siewischte sie weg und fuhr fort:Nein, nicht Liebe wenndas Liebe ist, was ich gehört und wovon ich gelesen, undwas ich auf der Bühne zu erheucheln gesucht habe son-dern eine ernstere, furchtbarere, und so scheint er mir, bei-nahe übernatürliche Anziehung, welche macht, daß ichwachend oder träumend Dich mit Bildern in Verbindungsetze, die mich zugleich entzücken und ängstigen. MeinstDu, wenn es Liebe wäre, könnte ich so mit Dir spre-chen? meinst Du," (sie erhob plötzlich ihr Auge gegendas seinige,)mein Auge könnte so das Deinige suchenund seinen Blick aushalten? Fremder! ich verlange Dich