Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
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nur von Zeit zu Zeit zu sehen, zu hören! Fremder, sprichmir nicht von Andern! Warne, schelte, zerschlage meinHerz, verschmähe die nicht unwürdige Dankbarkeit, diees Dir darbringt, wenn Du willst, aber komm nichtimmer als ein Vorbote von Schmerz und Unruhe zu mir.Manchmal habe ich Dich in meinen Träumen gesehen,umgeben von herrlichen, lichten Gestalten, Deine Mienestrahlend von einer himmlischen Freude, die sic jetzt nichtan sich trägt. Fremder, Du hast mich gerettet, und ichdanke Dir, ich segne Dich, Ist das auch eine Huldigung,die Du verwirfst?" Mit diesen Worten schlug sie sanft ihreArme über dem Busen zusammen und beugte sich tief vorihm. Auch erschien ihre Demnth nicht nnweiblich odersich wegwerfend, nicht wie die einer Geliebten gegen denLiebhaber, einer Sklavin gegen den Herrn, sondern mehrwie die eines Kindes gegen seinen Vormund, einer Reo-phitin der alten Religion gegen ihren Priester, Zanoni'sStirne war nachdenklich und schwermüthig. Er sah sie anmit einem ganz eigenen Ausdruck von Freundlichkeit, vonKummer, und doch von zartem Gefühl in seinen Augen;aber seine Lippen waren streng, seine Stimme kalt, als erantwortete:

Wißt Ihr, was Ihr verlangt, Viola? Ahnt Ihrdie Gefahr für Euch vielleicht für uns Beide, nachwelcher Ihr gelüstet? Wißt Ihr, daß mein Leben, wenngetrennt von dem stürmischen Schwarme der Menschen,Eine Huldigung der Schönheit ist, ans der ich zu verban-nen suche, was das Schöne in den Meisten entzündet?