Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
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heil bereitete. Waise! ich rede nicht z» Dir in der SpracheDeiner Anbeter: genug, daß ich das Mitleid kenne, undnicht undankbar bin gegen Liebe und Zärtlichkeit. Warumerröthen, warum zittern bei dem Worte? Ich lese inEurem Herzen, während ich spreche, und sehe nicht EinenGedanken darin, dessen Ihr Euch zu schämen hättet.Ich sage nicht, daß Ihr mich schon liebt, leicht kann diePhantasie erregt werden, lange ehe das Herz ergriffen ist.Aber es ist mein Schicksal gewesen, Euer Auge zu bezau-bern, Eure EinbildungSkrast zu beherrschen. Um Euch zuwarnen vor dem, was Euch nur Kummer bringen könnte,so wie ich Euch einst warnend auf Kummer und Sorgenvorbereitete, bin ich ietzt Euer Gast. Der EngländerGlyndon liebt Dich innig mehr vielleicht, als ich jelieben kann; wenn auch jetzt Deiner noch nicht würdig,darf er Dich nur noch besser kennen lernen, nm Dichnoch mehr zu verdienen. Er kann Dich heirathen, er kannDich in sein freies und glückliches Land führen, das Land,ans dem Deine Mutter stammte. Vergiß mich; befleißeDich, seine Liebe zu erwicdcrn und zu verdienen, und ichsage Dir, Du wirst geehrt nud glücklich sepn!"

Viola hörte mit stummer, unaussprechlicher Ge-müthsbewegung und brennender Röthc diese seltsame Redean, und als er geendigt, bedeckte sie sich das Angesichtmit den Händen und weinte. Und doch, so geeignet solcheWorte waren, zu dcmüthigcn oder zu reizen, Entrüstungoder Schaam zu erregen, waren doch das nicht die Ge-fühle, welche ihre Augen übersticßen und ihr Herz schwel-